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James Palmer
Der blutige weiße Baron
Die erstaunliche Geschichte eines russischen Adeligen, der zum letzten Khan der Mongolei wurde
(The Bloody White Baron, 2009)

Ab - die Andere Bibliothek
2010
Übersetzt von Nora Matocza und Gerhard Falkner
380 Seiten
ISBN-13: 978-3-8218-6234-7
€ 32,-


Von Klaus Makollus am 21.08.2012

  Nicolai Robert Max Baron von Ungern-Sternberg ist ein deutsch-baltischer Aristokrat, der in Reval aufgewachsen ist. Antisemitismus, fromm-fanatischer Buddhismus und haßerfüllter Antikommunismus in sich vereinigend, führte er ein abenteuerliches Leben. Mit einer Truppe aus Weißrussen, Japanern, Leuten aus Sibirien und natürlich Mongolen eroberte er 1920 die Mongolei. Seine Herrschaft sollte allerdings nur 130 Tage dauern.
  Schon bei der ersten Begegnung mit dem Buch fällt die materielle Qualität des Buches auf. Es steckt in einem Schuber, auf dem auch ein Foto des Barons zu sehen ist. Buchdeckel und Buchpapier sind von einer guten und festen Qualität. Jede Seite enthält jeweils auf dem Innen- und Außenrand einen schwarzen Strich von oben nach unten. Das Buch ist eine reine Bleiwüste, enthält also keinerlei Abbildungen.
  Der Textteil stellt eine Persönlichkeit vor, die heute völlig unbekannt ist. Da ist allein schon der Rechercheaufwand für dieses Buch beachtlich. Das Ergebnis: So gründlich und detailliert wie kaum eine andere Biographie beschreibt die hier vorliegende Lebensbeschreibung Charakter und Lebensweg des Adeligen.
  Doch es bleibt nicht nur bei der konkreten Person. Soweit möglich ordnet Palmer den Baron von Ungern-Sternberg in die jeweiligen zeitgeschichtlichen Umstände vor Ort ein. Das Buch ist also eine Verbindung von allgemeinen geschichtlichen und personenbezogenen Daten, die so lebendig und anschaulich geschrieben sind, als ob man live dabei gewesen wäre.
  Palmer beschreibt hier eine gedankliche und reale Welt, die für uns heute nur schwer vorstellbar ist. Wo endet die Realität? Wo beginnt die Fiktion? Diese Fragen kommen hier schnell auf. Zu exotisch, zu unkonventionell ist das Leben, als daß es wirklich passiert sein könnte. Oder?
 
  James Palmer ist Jahrgang 1978. Der Historiker arbeitet auch als Journalist. Er lebt heute wohl in Peking. Das vorliegende Werk ist das erste Buch, das er veröffentlicht.

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