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Barthel Hrouda
Mesopotamien
die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris

C. H. Beck
1997
125 Seiten
ISBN-13: 978-3406403309


Von Klaus Makolus am 27.06.2012

  Mesopotamien ist das fruchtbare Land zwischen Euphrat und Tigris. Vor rund 5.000 Jahren entstand dort eine der ältesten Hochkultur der Menschheit. Die „wechselseitige Durchdringung, Überlagerung und kulturellen Verschmelzung zahlreicher Völker“ gilt als in der Fachwissenschaft als Grund für diese frühe Blüte der Menschheit, wie die Inhaltsangabe berichtet.
   Das Buch enthält 15 Abbildungen. Sie bestehen aus Zeichnungen, einer Landkarte der Region sowie diversen Schwarzweißfotographien, die die Ausführungen illustrieren sollen. Es ist zwar etwas unverständlich, warum der Verlag bei den Fotographien nicht den Farbdruck gewählt hat; da die abgebildeten Gegenstände aber trotzdem gut herüberkommen, ist es auch nicht weiter störend.
  Inhaltlich ist das Buch zweigeteilt. Während das Kapitel III die politische Entwicklung der Region beschreibt, geht das Kapitel IV auf die soziale, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung ein. Das Buch ist gut lesbar und auch für den Nichtakademiker verständlich geschrieben. Ob es daran liegt, daß Hrouda auf wissenschaftliches Vokabular verzichtet, sondern stattdessen so weit wie möglich deutsche Ausdrücke benutzt? Dieser Teil fällt jedenfalls angenehm auf.
   Wohl wissend, daß ein solches Werk im Endeffekt nur ein Einstieg in das Thema sein kann, ist es so gründlich wie möglich geschrieben. Es wendet sich an Leser, die sich für frühe Geschichte interessieren.
 
  Barthel-Fritz Hrouda wurde am 28. Juni 1929 in Berlin geboren; verstorben ist er am 19. Juli 2009 in Germering.
   Hrouda wurde als Sohn des Verwaltungsbeamten geboren. 1955 promovierte er an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zum Thema Die bemalte Keramik des zweiten Jahrtausends in Nordmesopotamien und Nordsyrien. 1963 habilitierte er sich an der Universität Saarbrücken. In der Folgezeit war er dort Privatdozent. 1964 wurde Hrouda außerordentlicher Professor in München und 1967 ordentlicher Professor in Berlin. Von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1994 war Hrouda Inhaber des Lehrstuhls für Vorderasiatische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er war seit 1957 verheiratet und hatte drei Kinder.
   Als Feldforscher war Hrouda der Sekundärliteratur zufolge sehr aktiv. Er führte Ausgrabungen im Irak und der Türkei durch. 1989/90 begann unter seiner Leitung eine neue Grabungskampagne in Assur. Durch den Golfkrieg konnte sie jedoch nicht zu Ende gebracht werden. Hrouda war seitdem darum bemüht, die archäologischen Denkmäler im Irak zu schützen.
   Hrouda war auch gesellschaftlich aktiv  Er war seit 1965 ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, seit 1980 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Kommission für Keilschriftforschung und Vorderasiatische Archäologie), seit 1981 der königlich-belgischen Akademie der Wissenschaften, der Literatur und der schönen Künste, seit 1989/1990 (?) Ehrenmitglied der Türk Tarih Kurumu (Ankara) und seit 1991 ordentliches Mitglied der Academia Scientiarum et Artium Europaea.
   Die Sekundärliteratur bezeichnet Hrouda als „einen der Doyens seines Faches in Deutschland bezeichnen. Mit seinem Kollegen, dem Philologen Dietz Otto Edzard, prägte er die moderne Wissenschaft des Alten Orients in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich mit. Sein 1971 erschienenes Handbuch der Archäologie, Vorderasien I gilt der Sekundärliteratur zufolge als ein internationales Standardwerk in Forschung und Lehre.

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