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Leszek Libera
Buks Molenda

Neisse-Verlag
2012
314 Seiten
ISBN-13: 978-3-86276-029-9
€ 18,-


Von Rudolf Kraus am 08.06.2012

  Buks Molenda, der Utopek aus Leszek Libera gleichnamigen Debütroman,
 steigt aus der Asche des niedergebrannten Hauses, das er einmal sein Zuhause genannt hat. Oberschlesien steht mitten im Wiederaufbau der 1950er Jahre, Stalin ist tot und Buks ist in die Flegeljahre gekommen, d.h. die Pubertät lässt nicht nur einen prächtigen Pickel auf seiner Wange sprießen, sie bringt den jungen Mann auch kräftig durcheinander.
  Dennoch ist er bedacht, einen autodidaktischen Bildungsweg einzuschlagen, indem er deutsche Bücher liest und beim Honigwabenkünstler und beim Pfarrer eine Art Lehre bestreitet.
  Oberschlesien hat sich zwar seit dem Krieg verändert, dennoch ist trotz Wiederaufbau und Wirtschaftswunder (an dieser Stelle würde Buks einhaken und mit Nachdruck darauf verweisen, dass es wegen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder bergab ginge) die gewalttätige Atmosphäre nur wenig besser geworden.
  Wo früher die Nationalsozialisten ihr grausames Spiel austrugen, ist nun die polnische Justiz sehr schnell und effektiv im Einsperren und Aburteilen. Der Kommunismus ist auch in Oberschlesien eingezogen und Buks und die anderen Utopeks stehen dieser Ideologie nicht ablehnend gegenüber, wogegen die Berichte des Utopeks Fiziol aus Westdeutschland (auch Ersatzschlesien genannt) kurios und durchaus spöttisch klingen.
  Leszek Libera hat mit „Buks Molenda“ einen abenteuerlichen Fortsetzungsroman zu „Der Utopek“ geschrieben.
  Wundersame Dinge geschehen, die Menschen sind einfach und oftmals ungebildet und gewaltige politische Veränderungen brechen herein. Buks ist ein Chronist der Geschichte, obwohl er selbst manchmal Hand anlegt oder die Geschichte etwas anders erzählt bzw. erzählen lässt.
  Mit Eichendorffs Taugenichts als Lektüre durchlebt er verschiedene Stadien und Geschichten. Ein moderner Taugenichts sozusagen oder ein Schelmen- und Entwicklungsroman, oder was auch immer noch darin zu sehen und finden ist. Es bleibt abzuwarten, ob diesem ehrgeizigen Projekt eine weitere Fortsetzung ins Haus steht. Zu wünschen wäre es allemal.

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