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Hans van Ess
Der Konfuzianismus

C.H.Beck
2003
128 Seiten
ISBN-13: 978-3406480065
€ 8,95


Von Klaus Makollus am 08.06.2012

  Der Gelehrte und Philosoph Konfuzius wurde vor 2.500 Jahren in China geboren. Nach seiner Lehre bestimmen die Tugenden der Menschenliebe, Gerechtigkeit und Ehrerbietung das Verhältnis von Fürst zu Staatsdiener, Vater und Sohn, Mann und Frau, älterem und jüngerem Bruder sowie Freunden untereinander. Die Ehrerbietung zeigt sich in der Achtung des Ererbten, der Riten, der Musik und geht in der Verehrung der Ahnen über den Tod hinaus. Die Pietät ist die Grundlage des Familienlebens und des Staates; die Familie ist die Grundlage des Staates.
  Konfuzius wird hier nicht als Mensch oder Persönlichkeit vorgestellt. Offenbar reicht van Ess (als Autor und Forscher) die historische Quellenlage nicht aus, um wissenschaftlich gesicherte Aussagen zu treffen. Für den geschichtswissenschaftlich unbedarften Leser erscheint es fast so, als sei der Konfuzius erst über längere Zeit hinweg entstanden, in dem verschiedene Denker ihren Beitrag zu den Lehrgebäuden beigetragen haben. Nimmt man die deutsche Übersetzung und Herleitung des Namens Konfuzius (= "Meister Kong") hinzu, kann man übrigens leicht einen ähnlichen Eindruck gewissen.
 
  Der Verdienst von van Ess liegt woanders. Er führt in eine fernöstliche Denkschule ein, die
 uns erst einmal wenig vertraut sein dürfte. Der Leser sollte also zweierlei Wesensmerkmale mitbringen, nämlich ein Grundverständnis für religiöse und philosophische Fragestellungen sowie ein Grundverständnis für chinesische Denkart.
  Liegt beides vor, erhält der Leser eine brauchbare Einführung in den Konfuzianismus. Wobei dies auch mit chinesischer Geistes- und Ideengeschichte gleichzusetzen ist.
 
  Was ist die Zielsetzung des Buches? Uns den Konfuzianismus näherzubringen. Gebongt. Wissen vermitteln. Auch gebongt. Und sonst? Der Leser braucht viel Interesse und Neugierde, aber auch Geduld, Konzentration und Durchhaltevermögen, um das Buch von vorne bis hinten zu lesen. Allein schon die Schreibweise der chinesischen Orts- und Personennamen ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.
 
  Van Ess ist Professor f?r Sinologie an der Ludwig-Maximilian-Universit?t in M?nchen. Dar?ber hinaus ist er auch schon als Buchautor in der ?ffentlichkeit in Erscheinugn getreten.
 
  Das Buch geh?rt zu der Buchreihe "Wissen in der Beck`schen Reihe".

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