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Alison Walker
Aus Freude am Landleben

Styria
2012
Übersetzt von Ingrid Ickler
191 Seiten
ISBN-13: 978-3-99011-044-7
€ 29,99


Von Sabine Breit am 22.03.2012

 Genussrezepte für die Vorratskammer
 
  Man stelle sich vor: eine weitläufige Wiese mit Apfelbäumen, deren Äste sich unter ihrer fruchtigen Last biegen, ein großer Gemüsegarten, in dem man aus dem Vollen schöpfen kann und gleich daneben eine große Küche, in der man all diese Köstlichkeiten aus eigenem Anbau zu leckeren Chutneys, süßen Likören und – wenn´s denn auch einen Kuhstall gibt – zu cremigem Joghurt oder würzigem Käse verarbeiten kann.
 Nur – wer das Landleben als solches schon mal kennen lernen durfte, weiß, dass es diese, im vorliegenden Buch wie auch in vielen anderen seiner Art, dargestellte Idylle nur zwischen den – zugegebener Maßen sehr anregend gestalteten - Buchdeckeln gibt.
 
  Interessant ist es aber trotzdem, zu sehen, wie man Butter selber machen kann, mit wie wenigen Zutaten ein knuspriges Brot auskommt, wie lange – oder kurz – es dauert, fruchtige Marmeladen selbst herzustellen. Zugegeben, ein gut gefüllter Vorratsschrank mit Selbstgemachtem hat schon seine Berechtigung. Industriell gefertigt Marmelade kommt am selbstgemachte niemals heran, ein Gläschen selbst angesetzter Likör nach dem Essen ist ebenfalls ein Genuss, den man im Supermarkt nicht erstehen kann.
 
  Nur – wer von den Vollzeit-Berufstätigen hat schon die Zeit und die Muße, Brot, Käse, Würste und Joghurt selber herzustellen? Die meisten Arbeiten sind mit ein wenig Geschick und Interesse am Kochen durchaus zu erlernen, aber viele der Rezepte brauchen eben viel Zeit. Z. B. Brotteig – je mehr Zeit zum Aufgehen ihm gegeben wird umso intensiver wird der Geschmack, Joghurt braucht auch einige Stunden, bis es richtig köstlich ist, Schinken und Forellen selbst zu räuchern ist auch nicht gerade eine Angelegenheit von wenigen Minuten.
 
  Doch bei aller Gewissheit über die vorgegaukelte Landleben-Idylle übt dieses Buch schon eine bestimmte Faszination auf mich aus. Alison Walker bietet einen Streifzug durch viele verschiedene Haltbarmach- und Zubereitungstechniken. Manche sind auch heute noch bekannt, manche schon eher in Vergessenheit geraten. Ob zeitaufwendig oder nicht, wer gern kocht, wird sicher das einer oder andere Rezept finden, welches nach zu kochen sich lohnt. Frische Marmelade, die nicht nur aus Zucker und Farbstoff besteht auf einer Scheibe knusprigen, selbstgebackenen Brotes zum Frühstück ist schon ein Genuss, der den Mehraufwand und so manches in der Küche verbrachte Wochenende rechtfertigt. Ich begebe mich jetzt auch in die Küche, mal sehen, ob die Fischfrikadellen von S. 169 so lecker schmecken, wie sie auf dem Bild von Tara Fisher, die übrigens auch für alle anderen Fotos verantwortlich ist, schmecken. Wohl bekomm´s!

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