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John Irving
Letzte Nacht in Twisted River
(Last Night in Twisted River, 2009)

Diogenes
2012
Übersetzt von Hans M. Herzog
732 Seiten
ISBN-13: 978-3257240993
€ 13,90


Von Alfred Ohswald am 20.03.2012

  Twisted River beschreibt das Leben des Schriftstellers Daniel Baciagalupo, seines Vaters, seines Sohns und seines väterlichen Freunds, den etwas kauzigen und ruppigen Holzfäller Ketchum. Sowohl sein Vater, wie auch er selbst sind alleinerziehende Väter, was bei ihrer italienischen Abstammung nicht unbedingt zu erwarten wäre. Daniels Mutter kam bei einem Unglück ums Leben, als er noch sehr jung war, die Mutter seines Sohnes machte sich dagegen aus mangelnden Willen zu einer festen Bindung bald aus dem Staub.
  Die Geschichte beginnt, als Daniel etwa 12 Jahre alt ist und mit seinem Vater in einem Holzfällercamp lebt, wo dieser als Koch arbeitet. Durch eine unglückliche Verwechslung wird die Geliebte seines Vaters von ihm getötet. Dadurch werden sie gezwungen, schnell zu verschwinden. Dieses Ereignis sollte ihre Zukunft prägen, denn ab da sind sie immer wieder gezwungen, ihren Wohnort zu wechseln.
  Während sein Vater in diversen Restaurantküchen arbeitet, glückt es Daniel bereits als Student, seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Mit seinem dritten Roman landet er sogar einen Bestseller. Natürlich schreibt er unter einem Pseudonym, um seinen Aufenthaltsort nicht zu verraten.
 
  Irving packt hier ein ganzes Leben zwischen die Buchdeckel, wobei er auch noch sehr viel über den Vater erzählt. Dadurch gibt es auch manchen recht großen Zeitsprung. Außerdem erzählt Irving oft ein Ereignis, um davon ausgehend rückwärts zu beschreiben, wie es dazu kam.
  Da die Hauptfigur Schriftsteller ist, erfährt man im letzten Kapitel auch einiges über seine spezielle Schreibtechnik. Natürlich bedeutet das nicht unbedingt, dass Irving auf dieselbe Art schreibt, der Gedanke liegt aber natürlich nahe.
  „Letzte Nacht in Twisted River” ist nicht so perfekt gelungen, wie etwa “Gotte Werk und Teufels Beitrag”, “Garp”, “Owen Meany” aber auch nicht so schwach wie „Die Geschichte vom Wassertrinker“. Es ist für wirkliche Irving Fans – die es ja reichlich gibt – kaum eine richtige Enttäuschung aber wer noch nichts oder wenig von ihm gelesen hat, sollte sich zuerst ein anderes Werk von ihm gönnen.

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