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Christian Felber
Retten wir den Euro

Deuticke
2012
157 Seiten
ISBN-13: 978-3552061873
€ 10,-


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Von Alfred Ohswald am 03.03.2012

  Bücher rund um den Euro gibt es ja momentan ungefähr in der selben Anzahl, wie Ratgeber zu Erziehung oder Ernährung. Auch der Mitbegründer von Attac Österreich hat jetzt einen relativ schmalen Band dazu geschrieben. Der Vorteil ist die knappe und verständliche Schreibweise und es beschäftigt sich mit so ziemlich allen Schwachstellen, an denen der Kapitalismus zurzeit krankt. Ob die völlig überbordende Geldmenge, die längst deutlich den Wert der realen Wirtschaftsgüter übersteigt oder die Schwierigkeiten von Demokratien, Einsparungen zum Schuldenabbau durchzuziehen, ohne schnell abgewählt und durch eine Partei ersetzt zu werden, die diese Einsparungen wieder zurücknimmt.
  So gut die zahlreichen Problemfelder erkannt werden, so unrealistisch sind viele Lösungsvorschläge. Alle zusammen würden wohl nicht einmal nach dem Schock eines weltweiten atomaren Desaster durchgesetzt werden. Keine Zinsen mehr, Abschaffung des Wertpapierhandel und damit natürlich der Börsen, Größenbeschränkungen der Banken und Höchst- und Mindestlöhne sind mindestens so utopisch, wie im positiven Sinn funktionierende Religionen, der Kommunismus oder Nationalismus.
  Einzelne Lösungsvorschläge haben aber wirklich reizvolle Gedankengänge, die gar nicht so abwegig sind. So ist auch Christian Felber für eine Schuldenbremse. Allerdings nicht mit dem Zwang zum Einsparen beim Überschreiten sondern mit einer automatischen Steuer für hohe Einkommen und/oder Vermögen. Die gesammelte Macht der Medien, Lobbys und Wirtschaftswissenschaften würden dann schon dafür sorgen, dass diese Schuldengrenze nicht überschritten wird. Wohingegen momentan fast schon mit einer gewissen Schadenfreude sofort das nächste Pamphlet über die Notwendigkeit der Kürzungen bei den Sozialleistungen aus der Schublade geholt wird.
  „Retten wir den Euro“ wendet teilweise dieselben Gedanken, wie in „Die Gemeinwohl-Ökonomie“ desselben Autors auf die Rettung des Euro an. Es wirkt ein wenig, wie eine Ameise, die vor einem vollen, riesigen Bierkrug stehend „Ex!“ ruft.

 

 

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