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T. Coraghessan Boyle
Wenn das Schlachten vorbei ist
(When the Killing’s Done, 2011)

Hanser
2012
Übersetzt von Dirk von Gunsteren
463 Seiten
ISBN-13: 978-3446237346
€ 22,90


Von Alfred Ohswald am 18.02.2012

  Die Biologin Alma Boyd Takesue will mit der von ihr geleiteten Naturschutzorganisation eine Insel von den dort aufgetauchten Ratten säubern, um die einheimischen Arten vor der Ausrottung zu bewahren. Sie werden dabei aufs heftigste von einem radikalen Tierschützer namens Dave LaJoy und seinen Anhängern bekämpft, die jedes Töten von Tieren konsequent ablehnen. Nicht zuletzt wegen LaJoy überaus hitzigen Temperaments ist die sich immer mehr steigernde Eskalation wenig überraschend.
 
  Der Mensch gegen die Natur oder der Naturschutz sind für Boyle beliebte Themen, wie auch „Drop City“ oder „Ein Freund der Erde“ schon zeigten. „Wenn das Schlachten vorbei ist“ greift beide Themen erneut auf, wobei hier das Wasser das mörderische Element in der Natur ist. Besonders in den Nebenhandlungen und zahlreichen Rückblenden fallen besonders Männer geradezu serienweise dem Ozean zum Opfer.
  „Wenn das Schlachten vorbei ist“ unterscheidet sich in einem Punkt von den meisten Romanen B?yles, es gleicht oft einer Erzählung die es nur durch die bereits erwähnten Nebenhandlungen und Rückblenden zu seinem aktuellen Umfang geschafft hat. Das bewirkt auch, dass man sich mit keiner der beiden Hauptfiguren recht anfreunden kann. Takesue schafft es vermutlich nicht recht, weil sie zu wenig präsent ist und LaJoy taugt wegen seines eindeutig wenig sympathischen Charakters ohnehin nicht zur Identifikationsfigur. Eine solche Identifikationsfigur ist ja auch für einen guten Roman auch nicht unbedingt Voraussetzung aber hier verstärkt ihr Fehlen den ohnehin vorhandenen Eindruck der Bruchstückhaftigkeit. Es wirkt alles ein wenig zusammengeflickt.
  Aber auch wenn „Wenn das Schlachten vorbei ist“ wohl nicht zu den besseren Romanen Boyles zu zählen ist, bleibt er allemal lesenswert. Auch ein mittelprächtiger Boyle ist noch immer ein gutes Buch!

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