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Adrian Tchaikovsky
Invasion des Feuers
Die Schwarmkriege 1
(Empire in Black and Gold – Shadow of the Apt, Book One (Part 1), 2008)

Heyne
2010
Übersetzt von Simon Weinert
445 Seiten
ISBN-13: 978-3453525245
€ 8,95


thalia.at
amazon.de

 

 

Von Alfred Ohswald am 09.02.2012

  Der britische Autor Adrian Tchaikovsky hat neben Psychologie auch Zoologie studiert und darum passt es irgendwie, dass er die Menschen in seiner Fantays-Welt sich an verschiedenen Insektenarten orientieren lässt. So gibt es etwa ein Volk der Käfer, ein Volk der Spinnen, der Wespen, Gottesanbeterinnen, Motten, Fliegen, Ameisen, Skorpione, Schmetterlinge, Buckelzirpen und noch zahlreich weitere. Die meisten Völker können mehr oder weniger geschickt fliegen und beherrschen noch eine spezielle Fähigkeit. Käfer sind hervorragende Erfinder und Mechaniker, Gottesanbeter perfekte Einzelkämpfer und Assassinen, Wespen können eine Art elektrischen Blitz schleudern, Ameisen innerhalb einer Gruppe Gedanken übertragen und Spinnen andere Menschen beeinflussen.
 
  Das Volk der Wespen ist dabei, ein alles beherrschendes Imperium zu errichten, in dem ihnen alle unterjochten Völker dienstbar zu sein haben. Der Käfergelehrte Stenworld erkennt früh die Gefahr und versucht mit seinen Gefährten eine Stadt zu retten, die vom Wespen-Imperium angegriffen wird. Der Versuch scheitert und Stenworld zieht sich mit den wenigen Überlebenden zurück, um sich auf den nächsten Angriff vorzubereiten.
  Lange Jahre ist das Imperium damit beschäftigt, einen internen Aufstand niederzuwerfen und Stenworld baut inzwischen einen Spionagering auf. Als das Imperium erneut beginnt, sich gegen seine Nachbarn zu wenden, schickt Stenworld eine bunt zusammengewürfelte kleine Gruppe junger Studenten voraus. Doch der Feind sitzt ihnen bereits im Nacken und stellt ihnen eine Falle, der sie nur mit sehr knapper Not entgehen können. Dabei werden sie allerdings getrennt und sie müssen versuchen, sich getrennt durchzuschlagen und wieder zusammenzufinden.
 
  Die Handlung und der Erzählstil sind recht konventionell, wenn auch Handwerklich einwandfrei. Der wirklich ungewöhnlich originelle Hintergrund mit den Insektenvölkern sorgt allerdings dann dafür, dass man ein wirklich bemerkenswertes und unbedingt lesenswertes Fantasy-Epos geboten bekommt. Dieser wirklich ausgezeichnete Einfall ermöglicht es dann Tchaikovsky, interessante Charaktere mit ihren kulturellen Besonderheiten und Vorurteilen aufeinander prallen zu lassen. Dieser Aspekt hebt die Reihe von einer durchschnittlichen, recht spannenden Fantasy-Story zu einer unbedingten Leseempfehlung.
  Über kleine, für die Handlung unbedeutende Logik-Schwächen sollte man großzügig hinwegsehen. Wenn etwa ein der Heldinnen einmal eine fast unüberwindliche Kämpferin ist und dann wieder einen eher normalen Gegner selbst mit Unterstützung kaum niederzuringen vermag.
  Generell ist es kein in besonderem Maße auf Action und in hohem Tempo erzählter Roman sonder konzentriert sich mehr auf den Hintergrund und die Charaktere und schöpft oft seine Spannung aus ihrer Beziehung zueinander. Und selbst die Anfangs als absolute Bösewichte erscheinenden Wespen werden später anhand einzelner Persönlichkeiten deutlich vielschichtiger beschrieben.
  Allerdings sollte man sich zu „Invasion des Feuers“ gleich den zweiten Teil „Der gepanzerte Spion“ gleich mitbesorgen, weil das englischsprachige Original für die deutsche Ausgabe geteilt wurde und darum natürlich mitten in der Handlung endet. Natürlich endet das Epos nicht mit „Invasion des Feuers“ sondern wird in noch zahlreichen Bänden fortgesetzt, die weitgehend noch auf ihre Übersetzung ins Deutsche warten und er schreit bisher auch in beachtlichem Tempo immer weitere Folgen. Es ist als kein Mangel an Lesefutter für Fans von Adrian Tchaikovsky zu befürchten.

 

 

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