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Jürgen Ploog
Strassen des Zufalls
Über W.S.Burroughs

Druckhaus Galrev
1998
243 Seiten


Von Volker Frick am 24.03.2000

  "Daß man ihn 'Graue Eminenz des deutschen Undergrounds' nennt, hört er nicht gern", so zumindest Carl Weissner, dem deutschen Übersetzer von Burroughs, über Jürgen Ploog, Jahrgang 1935, bis Anfang der 90er Langstreckenpilot für die Lufthansa und Autor von unter anderem Coca-Cola-Hinterland, schrieb 1983 Strassen des Zufalls. Über W.S.Burroughs. Wiederauflage des erweiterten und überarbeiteten Textes 1998.
  Dieser Text springt einen an, krallt sich dann fest und läßt einen nicht mehr los - der Geruch von Tod und Sperma weht über das Land... Überblendung nach New York City.
  Jürgen Ploog, Strassen des Zufalls, Seite 191:
  "Eine gute Möglichkeit, sich ein Bild von der Atmosphäre zu machen, in der sich Burroughs in New York City bewegt, liefert Victor Bockris in dem Band: WITH WILLIAM BURROUGHS, A REPORT FROM THE BUNKER. Er besteht hauptsächlich aus Gesprächsmitschnitten während der berühmten Dinner im Bunker mit Gästen wie Susan Sontag, Gerard Malanga, Lou Reed, Allen Ginsberg, Tennessee Williams, Andy Warhol, Patti Smith, John Giorno, Terry Southern, Christopher Isherwood, Ann Waldman, Mick Jagger. Weniger die Form der Gespräche (im Gegensatz zum Interview), als die geschickte Auswahl & Zusammenstellung des Materials ergeben eine neue, wie eine Simultanmontage wirkende Variation des literarischen Porträts."
  So gelesen, und auch Ploog beherrscht sein Handwerk: Seeleute zertrümmern die Stereoanlage. Sie haben sich beim Hühnerficken mit Salmonellen infiziert & und verspritzen bräunlichen Saft ins Gewühl der am Boden Liegenden. (...) In einer Umkleidekabine versucht eine Lesbe einen gefesselten Masochisten zu kastrieren. Schreiben. Sie? Lesen! Das Buch von Bockris für Kenner der Unterhaltung, das Buch von Ploog als wagemutige Einführung in das Werk eines grossen Schriftsteller dieses ausgehenden Jahrhunderts, oder einfach um das ektoplasmatische Unverständnis aus dem Weg zu räumen. Die letzten Worte von Burroughs himself, vom Vortag --- aus dem off: "Love? What is it? Most natural painkiller. What there is. LOVE."

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