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Daniel Glattauer
Ewig Dein

Deuticke
2012
206 Seiten
ISBN-13: 978-3-552-06181-1
€ 17,90


Von Sabine Breit am 03.02.2012

  Kurz vor Ostern, in der überfüllten Käseabteilung des Supermarktes, begegnen sie einander zum ersten Mal. Besser gesagt, er tritt ihr auf die Ferse, dass sie das ganze Wochenende an ihn denken muss. Hannes, gutaussehend, Anfang 40, Architekt und ledig und Judith, ebenfalls gutaussehend, Mitte 30, auch ledig lernen einander kennen, verlieben sich – oder umgekehrt – und verbringen ein paar Wochen intensiver Zweisamkeit miteinander.
  Alle Freunde Judiths und selbst ihre Mutter sind hellauf begeistert von Hannes. Anfangs ist sie das auch, und obwohl er sagt, sie sei die Liebe seines Lebens, macht sie nach diesen paar Wochen mit ihm Schluss, weil sie sich eingeengt und überrumpelt fühlt. Doch das ist erst der Anfang …
 
 …eines Liebesromans, der keiner bleiben will.
  Nach seiner hinreißend berührenden E-Mail-Romanze in zwei Teilen wagt Daniel Glattauer mit seinem neuen Roman „Ewig Dein“ einen Abstecher in menschliche Abgründe, die man lieber nicht erkunden möchte und die einem schon beim Lesen eine Gänsehaut verursachen. Und trotzdem muss man bis zum Ende lesen, will man doch wissen, wie Glattauer seine Protagonistin Judith diese Abgründe überwinden lässt. Zu Beginn lässt sich die Sache noch durchaus romantisch an, kippt dann aber schon bald in Richtung Psycho- nicht direkt -thriller, aber schon in eine bedrohlich wirkende Geschichte einer Alles erstickenden Liebe, oder was dafür gehalten wird.
 
  ...“Wir werden uns bestimmt nicht aus den Augen verlieren“, sagte sie. Jetzt lachte er mit seiner gesamten Weißzahnpalette: “Nein, das werden wir bestimmt nicht“ Sie stand auf und wandte sich, um einen dramatischen Abschiedskuss zu verhindern, sofort dem Ausgang zu. „Das werden wir bestimmt nicht, Liebling“, rief er ihr nach…
 
  Je liebevoller Glattauer die Aussagen Hannes´ verpackt, desto drohender kommen sie rüber. Und dass soll auch so sein. Liebe kann einengen, einem den Atem rauben und Schlaf durch Angst ersetzen, bis zur Ohnmacht. Dies alles lässt Glattauer seine weibliche Hauptfigur durchleben, bis sie sich mit Hilfe ihres Lehrmädchens Bianca wehrt.
 Bis hierhin ist die Geschichte noch durchaus stimmig und nachvollziehbar. Die Schlusskonstruktion aber, obwohl auf solider Basis gebaut, wirkt zu schnell in die Höhe gezogen und dadurch wackelig. Am Ende hat man auch nicht mehr das Gefühl, das könne jedem/jeder passieren, die Schlusspointe ist einfach zu dick aufgetragen, als dass man sie Daniel Glattauer noch als plausibel abnehmen könnte. Das ist aber auch schon der einzige Wermutstropfen dieses Romans. Insgesamt eine gelungene Glattauer-Neuerscheinung, mit der man das nächste kalte Wochenende unter der Decke verbringen kann. Aber vorher noch mal nachsehen, ob die Türe auch wirklich gut verschlossen ist …

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