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Michael Glasmeier / Gaby Hartel (Hrsg.)
The Eye of Prey

Suhrkamp
2011
Übersetzt von Uta Kornmeier
475 Seiten
ISBN-13: 978-3518124604
€ 15,-


Von Volker Frick am 04.01.2012

  Der Interessierte hat auf dieses Buch lange warten müssen, genau genommen ein halbes Jahrzehnt, bereits 2006 wurde dieses Buch angekündigt. Jüngst erschienen bietet es originär nicht viel Neues, doch meist als deutsche Erstveröffentlichung. Das Buch liest sich sehr angenehm, bietet vereinzelt und en detail dann doch überraschende Zugänge zu den Film-, Fernseh- und Videoarbeiten Samuel Becketts.
  Das Buch bildet mit seinen internationalen Beiträgen die Bandbreite des bewegten Bildes im Werk von Samuel Beckett adäquat ab. Mehr als nur eine gelungene Kompilation ist das Buch eine ausgesuchte Zusammenstellung von Texten von Autoren wie Mark Nixon, der just über 'Becketts German Diaries 1936/37' veröffentlichte, James Knowlson, Becketts Biograph, der die 'German Diaries' erstmals näher anging, Linda Ben-Zvi, Martin Esslin und Raymond Federman, dessen Beitrag über Becketts Film 'Film' aus dem Jahre 1966 stammt und gemeinsam mit der Dedikation 'In Erinnerung an Raymond Federman. (1928 – 2009)', dem Band vorangestellt, erfreut.
  Hervorzuheben ist der Beitrag von Rembert Hüser, der eine pointiert geschriebene Exegese des 82 Sekunden-Videos 'Samuel Beckett's Breath' von Damian Hirst abliefert, uns via Aschenbecher, Hakenkreuz und Punk erklärt, was der vermeintliche Künstler Hirst mit dem short-play 'Breath' von Samuel Beckett angestellt hat.
  Das Herausgeber-Paar trägt bei: 'Three Grey Discs. Samuel Becketts vergessener Film 'Comédie''. Von diesem Film las ich hier zum ersten Mal. Der Beitrag ist eine deutsche Erstveröffentlichung, da er zuvor erschien in der von Caroline Bourgeois herausgegebenen Veröffentlichung 'Samuel Beckett / Marin Karmitz. Comédie.' (2001). Und Gaby Hartel ist auch (u.a.) in dem eher von deutschsprachigen Autoren geprägten Buch ähnlicher Thematik, 'Samuel Beckett und die Medien' (2008) herausgegeben von Peter Seibert, vertreten.
  Der Beitrag von Wolfgang Hagen, 'Visions Behind the Veil. Samuel Beckett's TV-Veronica als ätherische Ikonographie', hat mich überrascht. Es geht um Becketts Ferseharbeit 'Nacht und Träume', aber was der Autor in diesem Text qua, sagen wir mal: Zwischentitel, einblendet und aufklart ist naheliegend, darob fast verstörend: Äther und Acheiropoieton und Geisterphotographie und die reine Ontologie, Bilderwelten, die Beckett affiziert haben mögen.
  Und so bleibt in conclusio zu attestieren: das Warten auf dieses Buch hat sich gelohnt.

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