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Jürgen Roth
Unfair Play
Wie korrupte Manager, skrupellose Funktionäre und Zocker den Sport beherrschen

Eichborn
2011
313 Seiten
ISBN-13: 978-3-8218-6508-9
€ 19,95 [D} 20,60 [A]


Von Alfred Ohswald am 04.01.2012

  Zuerst beschäftigt sich Jürgen Roth in dem Buch hauptsächlich mit der bekannt zwielichtigen Vergabe der olympischen Spiele und der Fußmall-Weltmeisterschaften. Beides ging bereits durch die Medien und beim Zuschlag für die Fußball-WM an ausgerechnet Russland 2018 und Katar 2022 wären selbst den naivsten Sportfans auch ohne Berechterstattung ihre Zweifel gekommen. Aber mittlerweile scheint sich Joseph Blatter keinen Deut mehr um die öffentliche Meinung zu scheren.
  So überrascht es nicht, dass sich der Schwerpunkt des Buches mit Fußball befasst und da am ausführlichsten mit den Balkanstaaten. Nacheinander beschreibt Roth die Fußballszene in Griechenland, Mazedonien, Montenegro, Albanien, Serbien und Kroatien- Auch Russland, Georgien und andere ehemalige UDSSR-Staaten werden immer wieder immer wieder erwähnt. Eigentlich sind es „bloß“ Stichproben und nicht annähernd eine völlige Durchleuchtung, wird doch etwa der sicher in krimineller Hinsicht umfassend ergiebige Kosovo völlig unberücksichtigt gelassen.
  Auch über westliche Länder wie Frankreich oder Deutschland berichtet Roth, wobei man hier den Eindruck gewinnt, dass sich hier noch gegenseitige Interessen bekämpfen und es auch immer wieder zu Aufklärungen durch Journalisten und Justiz kommt. Was scheinbar für Österreich absolut nicht mehr zutrifft, wo sich Medien, Politik und Sportfunktionäre anscheinend darin einig sind, „Mauscheleien“ nicht gewinn- oder imagemindernd zu stören. Erfolgreiche Ermittlungsansätze der Polizei werden von Vorgesetzten und Politikern schnell effektiv unterbunden. Da wundert es nicht mehr, wenn in Österreich eine der Doping-zentralen Europas saß.
 
  Jürgen Roths Buch wendet sich nicht an den durchschnittlichen Sportfan. DER große Skandal findet sich darin nicht und bekannte Namen tauchen zwar auf, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Die in der Öffentlichkeit berühmten Sportler sind ja tatsächlich eher Opfer oder Profiteure und Mitläufer. Es wird also schon etwas Interesse in die komplexeren Hintergründe vorausgesetzt.

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