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Sergej Lukianenko
Spektrum
(2002)

Heyne
2009
Übersetzt von Christiane Pöhlmann
702 Seiten
ISBN-13: 978-3453722705
€ 10-


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Von Alfred Ohswald am 13.09.2011

  Technisch schier unendlich weit überlegene Außerirdische tauchten auf und stellten der Menschheit neben einigen anderen Dingen ein Transportnetz zu anderen bewohnten Planeten zur Verfügung, dass ohne Zeitverzögerung funktioniert und für dessen Verwendung der Reisende bloß eine Geschichte zu erzählen hat. Der Moskauer Martin Dugin ist dafür offensichtlich besonders begabt und deshalb verdient er sich sein tägliches Brot als eine Art transplanetarischer Privatdetektiv.
  Ein allem Anschein recht wohlhabender Mann gibt ihm den Auftrag, seine zu einem fremden Planten verschwundene Tochter zu einer Rückkehr nach Hause zu überreden. Sie scheint dort hinter das Geheimnis eines archäologischen Rätsels gekommen zu sein, was sich dann aber als Irrtum herausstellt. Doch kaum hat Martin die gesuchte junge Frau gefunden, wird sie auch schon unter recht eigenartigen Umständen ermordet.
  Nach seiner Rückkehr nach Moskau erfährt Martin allerdings, dass anscheinend die selbe junge Frau auch zu einem anderen Planeten gereist ist und dort noch frisch und munter ebenfalls ein Geheimnis enträtseln will. Abermals bricht Martin auf, um sie aufzustöbern.
 
  Dieser Science-Fiction-Roman des russischen Autors Sergej Lukianenko vereint die westliche und östliche Tradition des Genres wirklich gekonnt. Typisch für die westliche Tradition sind die recht zahlreichen und weitgehend wirklich originell erdachten, außerirdischen Zivilisationen, ihrer Planten und Kulturen. Der Autor hat seine Einfälle oft wirklich recht gründlich durchdacht und sich meist etwas Ungewöhnliches einfallen lassen, dass über das in der Science-Fiction übliche hinausgeht.
  Auf der anderen Seite steht die östliche, besser osteuropäische Tradition der gründlichen philosophischen Betrachtungen. In „Spektrum“ drehen sich diese Betrachtungen großteils um „Instinkt“, „Verstand“ und „Spiritualität“, wobei letztere nicht eng gefasst bloß als Religiosität in irgendeiner Form gemeint ist. Am Ende geht es darum, wohin die evolutionäre Entwicklung intelligente Spezies am schlussendlich führen könnte.
  Es soll sich aber niemand von diesen philosophischen Aspekten abschrecken lassen, der Roman liest sich sowohl flott als auch bin zum Ende spannend. Durch die zum Reisen nötigen Geschichten ergibt sich für den Autor zwar immer die Gelegenheit, die Gedanken seiner Hauptfigur zu reflektieren. Diese Geschichten sind aber lobenswerter Weise immer eher kurz gehalten.
  Manches Mal merkt man dass beim Lektorat gespart wurde. Aber da gibt es weit schlimmeres. Am Ende findet sich dann noch als „Bonusmaterial“ ein Interview mit Sergej Lukianenko.

 

 

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