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Joey Goebel
Vincent
(Torture the Artist, 2004)

Diogenes
2007
Übersetzt von Hans H. Herzog und Matthias Jendis
433 Seiten
ISBN-13: 978-3257236477
€ 10,90


Von Alfred Ohswald am 07.03.2011

  Als der Chef eines großen, internationalen Medien-Konzerns an Krebs erkrankt, beginnt ihn das schlechte Gewissen wegen all des Mistes zu drücken, den er in die Öffentlichkeit gebracht hat. Er benutzt sein Geld und seinen Einfluss, um eine Firma namens „New Renaissance“ zu gründen, die mehr künstlerische Qualität für die Masse der Konsumenten in Film, Musik und Fernsehen produzieren soll.
  Zu diesem Zweck wird eine Schule gegründet, in der begabte Kinder eine musisch orientierte Ausbildung erhalten sollen. Jedes dieser Kinder erhält dann einen eignen Manager. Harlan Eiffler ist der Manager eines solchen Kindes namens Vincent, das sich später als extrem erfolgreicher Künstler erweisen sollte.
  Obwohl er praktisch der Vaterersatz des in recht chaotischen und armen Familienverhältnissen aufgewachsenen Vincent ist, hat er den streng geheimen Auftrag, immer dafür zu sorgen, dass Vincent unglücklich ist. Die Firma ist der Ansicht, nur leidende Künstler schaffen große Kunst. So vergiftet Harlan bereits den Hund des kleinen Vincent und sorgt dessen ganzes Leben für unglückliche Zwischenfälle. Allerdings ist Harlan nicht unbedingt der richtige Mann für diese Aufgabe und es fällt ihm zunehmend schwerer, doch am Ende bleibt ihm nichts anderes mehr übrig, will er schlimmeres verhindern.
 
  Was sich nach recht schwermütigem Lesestoff anhört, ist tatsächlich unwahrscheinlich flott und spannend lesbar. Natürlich steckt auch eine kräftige Portion schon ins satirische überhöhnte Medienkritik dahinter, aber der Roman bietet noch deutlich mehr.
  Nicht zuletzt das Kunststück, derart meist reichlich ausgefallene Charaktere glaubhaft zu beschreiben, ist wirklich bemerkendwert. Und mindestens ebenso beeindruckend ist die Leichtigkeit, mit der ein derartiges Thema erzählt wird.
  Der Roman ist nicht untypisch für den englischsprachigen Raum und erinnert vielleicht ein wenig an Nick Hornby.

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