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Nora Miedler
Die Musenfalle

Argument/Ariadme
2010
250 Seiten
ISBN-13: 978-3867541909
€ 11,-


Von Alfred Ohswald am 17.11.2010

  Die Schauspielerin Lilly schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und so greift sie erfreut zu, als ihr eine Rolle in einer Werbung angeboten wird. Sie geht sogar so weit, sich mit dem Chef der Auftragsfirma einzulassen, was sie allerdings schnell bereut.
  Als dieser Mann am nächsten Tag ermordet aufgefunden wird, gehört sie für die Polizei zum engsten Kreis der Verdächtigen. Aus dieser Bedrängnis heraus beginnt sie selbst nach dem Mörder zu suchen, obwohl sie ihr eigenes leben nicht unbedingt besonders gut im griff hat. Ausgerechnet ein reichlich heruntergekommener Ex-Hollywood-Star, der aushilfsweise in einer Detektei arbeitet, soll ihr dabei behilflich sein.
 
  Was in der Unterhaltungsliteratur bei männlichen Hauptfiguren schon fast die Regel ist, hat Nora Miedler hier sehr gelungen auch bei einer weiblichen Hauptfigur geschaffen. Den Underdog oder Antihelden trifft man häufig an, die Frauenrollen sind aber fast immer mit den klugen und starken Heldinnen besetzt. Das kann man von Nora Miedlers Hauptfigur Lilly nun wahrlich nicht behaupten. So gesehen bewegt sie sich auf Augenhöhe mit saufenden Ermittlern mit chaotischen Privatleben, die so zahlreich die Krimiliteratur bevölkern.
  Ebenso bemerkenswert soll noch erwähnt werden, dass Nora Miedler nicht die übliche Krimiserie mit dem immer gleichen Helden schreibt, sondern immer völlig eigenständige Krimis. „Die Musenfalle“ ist ihr zweiter Roman und unterscheidet sich deutlich von ihrem Erstling „Warten auf Poirot“. Obwohl sie schwer vergleichbar sind, ist „Die Musenfalle“ eher noch besser gelungen. Hat „Warten auf Poirot“ etwas von einem Kammerspiel und wird ausschließlich aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt, so wechseln in „Die Musenfalle“ die Schauplätze ebenso, wie die Erzählperspektiven und –Stile.
  Recht geschickt aber angenehm sparsam werden typische Thriller-Elemente, wie überraschende Wendungen eingesetzt. Die Handlung kippt nicht jeden zweiten Absatz, aber wenn es kippt, dann mit nachhaltiger Wirkung auf die Leser und Leserinnen.

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