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Heinrich Steinfest
Batmans Schönheit
Chengs letzter Fall

Piper
2010
269 Seiten
ISBN-13: 978-3-492-25764-0
€ 8,95 [D] 9,20 [A]


Von Rudolf Kraus am 03.11.2010

  Es sind einige Jahre vergangen, bis Heinrich Steinfest zum vierten und letzten Mal (so beschreibt es der Untertitel) Markus Cheng ermitteln lässt. Wobei das Ermitteln bzw. das Schnüffeln, wie es Detektive gerne tun, eigentlich nicht mehr Chengs Geschichte ist. Er hat sich ins Privatleben zurückgezogen, hat geheiratet und den Namen (und die Tochter) seiner Frau angenommen. In der „alten“ Wohnung in der Lerchenfelderstraße führt er ein recht beschauliches Leben und widmet sich der Aufzucht von kleinen Urzeit-Salzkrebsen. Einer der Krebse hat es ihm besonders angetan, sodass er ihn Batman tauft.
  In Wien werden währenddessen mehrere Schauspieler ermordet, alle nach dem gleichen Muster. Fünf Schüsse, die kein Organ verletzen, sondern in erster Linie stark blutende Verwundungen erzeugen, und eine norwegische Briefmarke auf der Zunge, die auf die Vulkaninsel Bouvet im Südatlantik verweist. Cheng fühlt sich in keiner Weise davon betroffen, bis er auf dramatische Weise auf einen Mann namens Red trifft, der noch dazu seiner Stieftochter das Leben rettet. Hier schließt sich nun der Kreis (so vermeint hier das lesende Publikum) und verweist auf eine schillernde Figur aus Hamburg: Palle Schwedenborg.
  Doch Steinfest wäre nicht Steinfest, würde der eine Kreis nicht eine Schnittstelle zum nächsten Kreis öffnen, und sobald eine Frage beantwortet ist, werden weitere Fragen und Rätsel gestellt, jedoch ohne jemals oberflächlich zu sein. Ganz im Gegenteil, der Autor verflechtet die Handlung mit kleinen Abhandlungen, mit Hinweisen und Symbolen, die nicht auf den ersten Blick durchschaubar sind. Und so geschehen merkwürdige Verflechtungen.
  Steinfest verzichtet darauf, eindeutige Lösungen zu liefern. Hingegen geben handfeste Zitate ganz klare Festlegungen, die gescheit, sarkastisch und schlagfertig sind:
  „...und nicht wenige Frauen sind zu Recht der Meinung, daß ein Mann, der jetzt stinkt, auch morgen stinken wird, weil ja auch morgen die Gegenwart besteht und angekündigte Veränderungen nie eintreten, sondern nur die augenblicklich vorgenommenen. Man kann nämlich in einem bestimmten Moment nur entweder etwas ankündigen oder etwas vornehmen.“
  Ist Cheng nun der echte Cheng oder jener aus den Romanen und sind die wesentlichen Personen Engel, gute oder böse Engel?
  Nun ganz einfach: folgen Sie der Steinfest’schen Wortakrobatik und lesen Sie dieses Buch.

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