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Kevin Canty
into the great wide open

Rowohlt
2000
318 Seiten
DM 42,-


Von Volker Frick am 17.03.2000

  "Mondschein und Aspirin" war der Titel eines Bandes mit shortstories von Kevin Canty. Sein erster Roman nun: ein Junge, ein Mädchen. Die erste Liebe ist das Letzte. Eine hoffnungslose und traurige und wunderschöne Liebesgeschichte.
  Zehn Jahre danach ist es für den Erzähler immer noch alles. Diese Frau, dieses Mädchen. Kinder sind sie, die schon alles erlebt haben, oder auch nichts. Kinder, die keine Kindheit hatten und deshalb nie erwachsen werden können, weil sie es schon so früh sein mussten. Sie sitzt im Bus, er sitzt im Bus und sieht sie. Ihre Haare kurzgeschoren. Später sieht er ihre Schnittwunden am Unterarm, spürt, spürt einfach nur ihre Geschichte, viel zu viel für ihn.
  Junie und Kenny. Er weiss um seine Angst des Verlustes. Beide auf der Suche, ohne jegliche Bemühung sich zu finden. Als ob, als ob das nicht ginge in diesem Moment der über den Augenblick hinausweist. Sie, behütet und selbstzerstörerisch, er, melancholisch und Sohn eines Trinkers. Des Lebens schöne Traurigkeit. Langeweile.
  Also Sex der Verzweiflung, Reiz der Fremdheit, als ob es nicht mehr gewesen sein könnte. Ein Lebensgefühl, welches sich aus seelischen Abgründen speist. "Das Rad, der große Motor, der sie unaufhörlich weiter und weiter vorantreibt." Krieg der Geschlechter, Sex und Geld. Man kann nicht weitermachen. Man muss weitermachen.
  Ein wundervoll erzählter Roman, wenn auch tieftraurig, und sich jeder Hoffnung enthaltend.

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