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Jacqueline Sword
Französisch
Reisewörterbuch und Sprachführer mit interkulturellen Tipps

PONS Verlag
2009
288 Seiten
ISBN-13: 978-3-12-518665-1
€ 9,95


Von Alemanno Partenopeo am 09.04.2010

  In thematischen Kapiteln wird der Wortschatz aufbereitet, den Sie auf Ihrer Reise nach Frankreich am dringendsten benötigen werden: Begrüßung, Höflichkeit, Smalltalk, Komplimente und Verabredung sind nur einige wenige Thema, die in der großen Auswahl des Pons-Reisewörterbuches behandelt werden. Comment? Wie? Sie verstehen nicht? Vous pouvez repeter, s`il vous plait?
 
  Darüber hinaus begleitet dieser Sprachführer den interessierten Leser aber auch zu verschiedenen Geschäften, etwa einem Optiker, einem Friseur oder auch in andere Geschäfte. Durch Situationen werden dem Lerner so die wichtigsten Vokabeln vertraut gemacht, die er dann natürlich auch weiterentwickeln kann, um sie dann auch in schwierigeren Textzusammenhängen zu verwenden. Im Anhang befindet sich nicht nur eine Kurzgrammatik, sondern auch ein Wörterbuch Deutsch-Französisch und Französisch-Deutsch und eine MP3 im Miniformat mit Ausspracheübungen, was im Französischen ja bekanntlich die meisten Schwierigkeiten macht.
 
  Nehmen wir zum Beispiel einen Dialog im Restaurant. Die wohl meistgestellte Frage dürfte sein: „Comment voulez-vous votre steak?“ (Wie wollen Sie Ihr Steak haben?) Wer darauf antwortet: „Am besten gleich!“, hat die Frage irgendwie nicht richtig verstanden, denn es geht selbstverständlich um den Kochgrad und nicht die Zustellungsgeschwindigkeit. Im Französischen gibt es auf die gestellte Frage drei mögliche Antworten: „bien cuit, a point oder saignant“. Letzteres bedeutet eigentlich „blutig“ auf Deutsch, gemeint ist aber die Bedeutung „auf englische Art“, oder „englisch“. Wer sein Steak nämlich „englisch“ möchte, isst es gerne „raw“, was mich wiederum zu einem witzigen Dialog im Wiener Palmenhaus führt, bei dem die Kellnerin, des Französischen nicht mächtig, „rare“ als Übersetzungsvariante anbot. Dass die Steaks im Palmenhaus allerdings „rar“, also selten, sein könnten, haben wir dann später bei der Entgegennahme des Bestellten allerdings nicht gemerkt: die Stücke waren tellergroß und ganz schön dick. Und ganz nebenbei auch vorzüglich! Wer allerdings Wikipedia konsultiert, wird feststellen, dass die Kellnerin doch Recht hatte! Putain`merde!
 
  Die einzelnen Kapitel sind übrigens auch farbig bebildert, so auch das „Zwischenmenschliche“, Unterkapitel „Körpersprache“. Leider tragen die Bilduntertitel hier nur die deutschen Bedeutungen, statt den Französischen, das Umgekehrte hätte bei der Einprägung sicherlich zusätzlich geholfen, da es ja auch sehr umgangssprachlich wäre, diese „Körpersprache“ zu verwenden. Naja, aber es geht ja auch um Kommunikation „ohne Worte“. Ich wäre trotzdem neugierig gewesen, was auf Französisch „Erzähl mir keine Geschichten!“ (Bild dazu: die Frau sticht sich mit dem Zeigefinger in die Backe und lässt Luft raus) heißen könnte. Und genau diese Neugierde führt mich dann zu einem anderen Produkt des Hauses Pons, das sich „Die 1000 wichtigsten Wörter. Französisch. Slang“ nennt und bereits 2008 erschienen ist. Das 158-Seitenstarke Werk hilft dem Lerner nicht nur mit einigen Ausspracheerklärungen, sondern auch einem Glossar und einem Register des thematischen Wortschatzes. Darunter befinden sich nicht nur Erkundigungen im Rotlichtmilieau, sondern auch Gaunersprache, Tratsch und Klatsch oder viele Schimpfwörter. „Je suis trop venere“ bedeutet zum Beispiel „Ich bin stinksauer“ und „Ca me casse les couilles“ ist die etwas vulgärere Variante desselben Geisteszustands. Dass man auch in der schönsten Sprache der Welt ganz schön böse werden kann, davon kann man sich in diesem Slang-Führer leicht überzeugen. „Tu racontes que des salades“, ja, aber mit beiden, dem Reisewörterbuch und dem Slang-Führer dürfte der nächste Frankreich-Urlaub mit großer Bestimmtheit ein unvergessliches Erlebnis werden!

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