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Frank Göhre
Zeitgenosse Glauser
Ein Porträt

Arche Verlag
1998
159 Seiten
ISBN-13: 978-3716020777


Von Andreas Rüdig am 31.10.2009

  Der Schweizer Friedrich Glauser lebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er gilt als der Vater des deutschsprachigen Kriminalromans. Das vorliegende Buch ist eine von zwei Biographien, die Göhre über Glauser geschrieben hat.
 
  Hinsichtlich seines Aufbaus liegt hier eine ungewöhliche Biographie vor. Göhre bietet zwar einige Fakten; er läßt Glauser aber lieber selbst sprechen. Seine literarischen Texte und seine privaten Briefe kommen hier vor, aber auch viele historische Fotos und zeitgeschichtliche Dokumente. Es blickt also kein Autor urteilend auf einen anderen Autor. Das Buch ist in dieser Hinsicht eine collagenartige Mischung aus Biographie und Autobiographie.
 
  Ich kenne die fünf Glauser`schen Krimis aus eigener Anschauung. Man kann sie als ganz normale Kriminalromane lesen. Kennt man aber Glausers Lebenslauf, erkennt man aber auch viele autobiographische Bezüge, die dort verarbeitet werden. Ich wüßte keinen anderen Krimiautoren, der seine eigene Lebenswelt so überdeutlich in seine Romane einbringt. Die Biographie überzeugt nur bedingt. Es fehlt die Auseinandersetzung mit Person, Persönlichkeit und literarischem Schaffen. Nur ein Beispiel: Die Drogenabhängigkeit wird genausowenig wie die Zeit in der französischen Fremdenlegion oder der Einfluß auf die deutschsprachige Kriminalliteratur angesprochen. Es wäre schon spannend, herauszufinden, wie andere (Krimi-)Autoren zu Glauser stehen.

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