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Peter W. Jansen
Der Leopard / Das Schweigen
Jansens Kino Folge 27

Bertz+Fischer Verlag
2008
ISBN-13: 978-3-86505-127-1
€ 16,90


Von Sascha Todtner am 29.07.2009

 Der Leopard:
  „Il Gattopardo“ von Luchino Visconti gehört sicherlich zu den Meisterwerken der Filmgeschichte. „Es muss sich alles ändern, damit es bleibt so wie es ist.“ – dieses zentrale Thema des Films als Symbol der Resignation sowie die verschiedenen Motive und Intentionen des Regisseurs werden hier von Peter W. Jansen genausten beleuchtet und erklärt. Vor allem interessant und lobenswert sind die Einspielung von Originalmusik und Dialogsequenzen des Films sowie das Zitieren von Kommentaren des Filmschaffenden zu seinem Werk. Hervorzuheben ist die wertneutrale Betrachtung des Werks und somit die absichtliche Nicht-Einflussnahme auf den Zuhörer.
 Eine ausführliche und spannende Betrachtung eines der großen Werke der Filmgeschichte.
 
 Das Schweigen:
  In einer Einspielung eines Interviews mit Ingmar Bergman aus dem Jahre 1965 führt der Filmschaffende folgende These aus und wendet diese auch auf seinen Film „Das Schweigen“ an, welcher in Deutschland wegen einer 18 Sekunden dauernden Sexszene zu der 121. Sitzung des Bundestags führte: Am Beginn waren die Menschen in kleinen Dörfern und Großfamilien, doch mit der großindustriellen Verstädterung und der Enge derselben, verloren sie zunehmend an Nähe, an Sprache, an Kommunikation. Sie begangen zu zweifeln, an sich selbst, an Gott und der Atheismus griff um sich. Dies alles führte zur Vereinsamung des Menschen – eines der zentralen Motive Bergmans.
  Weiters geht Peter W. Jansen in gewohntem Wechsel von Musik, Reportage und Dialogszenen auf die Bedeutung der surrealistischen Uhren ohne Zeiger ein, sowie auf das musikalische Thema von Belá Bartók, dem der Film „Das Schweigen“ zugrunde liegt.
  Wieder folgt ein Zitat Bergmans über Deutschland, um genau zu sein Berlin und die dämonische Suggestion, die die Stadt auf ihn auswirkte – das Verlangen in dieser Anonymität zu versinken.
  Hier wird deutlich wie sehr Bergman seine eigene Biographie in sein filmisches Werk einfließen lässt, was der Journalist dann weiter ausführt.
  Der Regisseur bezeichnet in einer späteren Einspielung die Erkenntnis des Films mit dem Satz „Das Leben hat nur die Bedeutung, die man ihm selber zumisst.“
  Wieder erklärt Peter W. Jansen und sein Team aus drei Sprechern den Film „Das Schweigen“ mit großer Genauigkeit, geht auf Hintergründe ein, sowie auf die Folgen der Veröffentlichung des Films, der aufgrund seiner Sexszenen zu einem weltweiten Skandal wurde.
 
  Fazit: Die Einspielung von Zitaten sowohl des Regisseurs als auch des Films macht diese Hör-CD zu einem Vergnügen für alle Filmliebhaber. Die kurzweilige Spieldauer von jeweils ca. 30 min pro Folge lässt Langweile nicht aufkommen und die abwechselnden Stimmen der Erzähler machen die Besprechung und Erklärung der Filme abwechslungsreich und interessant.
  Für Jene, welche gerne Filme ansehen, Hintergrundwissen erfahren wollen und auch Hörbüchern nicht abgeneigt sind, wird Jansens Kino, das in 50 CDs zu jeweils 2 Filmbesprechungen vorliegt, eine große Freude bereiten.
  Sowohl auf inhaltlicher als auch auf stilistisch-akustischer Ebene gehört dieses zweite Opus Magnum des Journalisten Peter W. Jansen im Auftrag des SWR zu Besten, was der deutschsprachige Raum in diesem Gebiet zu bieten hat.

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