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Thomas Koebner / Fabienne Liptay
Ingmar Bergman
Eine Wanderung durchs Werk

edition text+kritik
2009
196 Seiten
ISBN-13: 978-3-88377-920-1
€ 32,80


Von Sascha Todtner am 29.07.2009

  edition text+kritik, der Fach-Verlag für Literatur, Musik und Film, vor allem des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart legt mit dem ersten Sonderband der Reihe „Film-Konzepte“ 2009 ein Standardwerk für das Schaffen des großen schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman auf, das profund und anschaulich Motive und Techniken sowie Hintergründe erläutert.
 
  Ingmar Bergmans Werk umfasst 40 Kinofilme und 21 Fernsehfilme als Regisseur, diverse Filme als Drehbuchautor; dazu kommen zahlreiche Theaterinszenierungen. Seinen ersten Film drehte er 1945, seinen letzten 2003. Ingmar Bergman wurde 89 Jahre alt. 1997 bekam er in Cannes die „Palme der Palmen“ als „Bester Filmregisseur aller Zeiten“.
  Thomas Koebner stellt in diesem ersten Sonderband der Reihe „Filmkonzepte“, dem jährlich ein weiterer folgen soll, das Werk Ingmar Bergmans an exzellent ausgewählten Beispielen, beginnend mit dem Film „Krise“ über „Das siebente Siegel“, „Das Schweigen“ und „Persona“ sowie „Die Jungfrauenbrücke“ bzw. „Die Jungfrauenquelle“ zu „Szenen einer Ehe“ und „Herbstsonate“ bis „Fanny und Alexander“ und „Sarabande“ vor. Aber auch unbekannte Werke werden erklärt und diesen ihr Platz eingeräumt, damit wird „Ingmar Bergman – Eine Wanderung durchs Werk“ nicht nur für Laien, sondern auch für Filmliebhaber zu einer wahren Fundgrube an Wissen und Inspiration.
  Lobenswert ist die moderne Betrachtung des Werks welches sowohl düstere Traumvisionen (Wilde Erbeeren), aber auch lebenskluge Komödien (Das Lächeln einer Sommernacht) und ergreifende Angstphantasien (Herbstsonaten) sowie sarkastische Ehekriege (Szenen einer Ehe) beinhaltet.
  Jeder Film wird zuerst je nach Bedeutung kürzer oder länger zusammengefasst, danach geht der Autor auf die bergman-typischen Motive wie die Suche nach dem Sinn oder Gott, die Darstellung der Frauengestalten, etc. ein und erklärt im Anschluss daran die filmtechnischen Besonderheiten bzw. Eigenarten des Regisseurs oder Kameramanns oder den Einfluss der Musik auf den Film.
  Bemerkenswert ist auch die Erwähnung und Erklärung des Einflusses der Theatererfahrung auf die Filme, sowie den Fakt, dass Bergman fast alle seiner Drehbücher selber schrieb und somit als ein wahrer Vertreter des Autorenkinos neben Antonioni, Kieslowski, Tarkowski und Godard gilt.
 
  Die Sprache ist präzise, leicht verständlich und doch für eine wissenschaftliche Arbeit angemessen. Die zahlreichen Bebilderungen erwecken beim Lesen die Erinnerung an den Film bzw. regen an den Film zu sehen. Trotz der Komplexität der Motive des Filmschaffende, die die Bereiche Theologie, Philosophie und Psychologie ebenso berühren wie die europäische Geschichte, aber auch die Kunst der Kameraführung und den Einfluss der Musik bzw. des unverkennbaren nordischen Theaters, schafft es der Autor es selbst für den Laien deutlich zu erklären. Zugleich aber ist die „Wanderung durchs Werk“ keine blinde Lobeshymne, sondern auch eine kritische Auseinadersetzung mit dem Werk.
 
  Der Band ist mit einem Vorwort und einer Einleitung des Autors versehen, welchem die Besprechungen der 45 ausgewählten Filme in chronologischer aufsteigender Reihe folgen. Mit 21 x 23 cm ist das Format des Buches fast quadratisch und lässt ein schönes Spiel zwischen zwei klassischen Textspalten und vielen unterschiedlich dimensionierten Fotos zu. Damit wirkt das Buch gleichzeitig bescheiden und opulent. Den Abbildungen fügt der Autor zusätzliche Kommentare hinzu, die den Erkenntnisgewinn zusätzlich vergrößern.
 
  Vor allem die Lexikon-Wirkung des Bandes und die profunden Kenntnisse des Autors Thomas Koebner machen „Ingmar Bergman – Eine Wanderung durchs Werk“ zu einem Standartwerk des bergmanschen Werks im deutschsprachigen Raum.
  Ein Must-Have für Bergmanliebhaber!

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