Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Kunstmuseum Thun (Hrsg.)
In silent conversation with Ingmar Bergman

Christoph Merian Verlag
2008
120 Seiten
ISBN-13: 978-3856164003
€ 19,-


Von Sascha Todtner am 29.07.2009

  2008, ein Jahr nach dem Tod Ingmar Bergmans veranstaltete das Schweizer Kunstmuseum Thun eine Ausstellung unter dem Titel „In silent conversation with Ingmar Bergman“. Der hier vorliegende Ausstellungskatalog erklärt anschaulich bebildert die Intention der Ausstellung und deren Kunstwerke.
 
  Abseits vom Mainstream-Hollywood trat in den 60er Jahren neben Michelangelo Antonioni in Italien und Alain Resnais in Frankreich im hohen Norden Europas der Schwede Ingmar Bergman ins Licht und schockierte die damalige Filmwelt durch seine provokante Art und Weise der Darstellung. Genau dieses Neue, zum Beispiel die Großaufnahme von Gesichtern oder Lichtverhältnisse, versuchen die Künstler in ihrem Gebiet der Kunst umzusetzen, aber auch auf Themen der bergmanschen Welt wie Einsamkeit und Identitätsverlust bzw. -veränderung einzugehen und diese in ihrem eigenen Sinn umzusetzen. Dabei sind geniale Arbeiten entstanden, die dieser Katalog erklärt und so gut wie möglich darstellt. Vor allem die Filme „Persona“ und „Das Schweigen“ wurden von den 11 Künstlern häufig aufgegriffen und zum Ausgangspunkt ihres Werks auserkoren.
  Besonders hervorzuheben sind die Kunstwerke von Lotta Antonsson, die in ihrem Werk versucht mit der Identitätsvermischung von zwei Personen ausgehend von Bergmans Film „Persona“ zu veranschaulichen.
  Auch Magdalena von Rudy setzt sich in ihrer Filminstallation mit einem Dialog des Films genauer auseinander und macht aus einer Interpretation desselben ein Kunstwerk.
  Mit Abstand am Radikalsten nähert sich Joseph Beuys dem Film „Das Schweigen“, indem er fünf Originalfilmrollen des Streifens galvanisiert und damit den Film zum Schweigen bringt, aber andererseits ihn für die Ewigkeit konserviert.
  Auch Andrea Loux setzt sich mit diesem Film auseinander und bezieht den Zuseher in den Dialog der zwei sich hassenden Schwestern mit ein.
  Lobenswert ist auch die Arbeit „Eternal Flame“ von Hanna Linden, die hier in Anspielung auf „Das siebente Siegel“ ihr Kunstwerk zeigt.
  Vor allem die technische Umsetzung der Werke Bettina Dislers und Maria Finns in Anspielung auf die bergmanschen Werke „Szenen einer Ehe“ und „Sommer mit Monika“ sind hervorragend und weisen wie Bergmans Filme eine neue Richtung.
 
  Die Einführung von Helen Hirsch beschäftigt sich mit Film und Museum im generellen, aber auch im Bezug auf die Ausstellung „In silent conversation with Ingmar Bergman“. Bergmans Werk wird unter dem Gesichtspunkt des Künstlerischen genauer betrachtet und die Verbindung von Kunst und Film hervorgehoben.
 
  Der Ausstellungskatalog „In silent conversation with Ingmar Bergman“ stellt eine ernsthafte künstlerische Auseinandersetzung mit dem filmischen Werk des großen Schweden dar, wenn auch mit gewissen Schwachstellen, so überzeugt das Repertoire der künstlerischen Umsetzungen durch das Erneuern des Stoffes in vielfältiger Weise
  Vor allem Bergman-Kenner werden an diesem Werk ihre Freude haben, da der künstlerische Aspekt des Filmschaffenden herausgehoben wird.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.