Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Gilbert Keith Chesterton
Pater Brown und die Midasmaske

Der Hörverlag
2006
ISBN-13: 978-3899407341
€ 9,95


Von Andreas Rüdig am 25.06.2009

  Auch in dieser Geschichte hilft Pater Brown, einen Kriminalfall zu lösen. Vordergründig geht es darum, einen flüchtigen Kriminellen, der aus dem Gefängnis entwischen konnte, wieder dingfest zu machen. Oder soll ein Kriminalfall im Bankgewerbe gelöst werden?
 
  „ Pater Brown (eigentlich Father Brown) ist eine literarische Gestalt, die von Gilbert Keith Chesterton erfunden wurde. Die im deutschen Sprachraum übliche, besonders durch die Verfilmungen mit Heinz Rühmann bekannte Verwendung des Begriffs „?ater“ ist genaugenommen falsch, da es sich um die für Ordensgeistliche übliche Anrede handelt, während Brown ein Weltgeistlicher ist. Im englischsprachigen Raum wird hier jedoch nicht so streng differenziert, und auch Weltgeistliche werden mit `Father´ angeredet, welches die wörtliche Übersetzung von `Pater´ (deutsche: `Vater´) ins Englische ist. Im Deutschen ist der offizielle Titel eines katholischen Geistlichen `Hochwürden´.
 
  Pater Brown ist ein englischer katholischer Pfarrer, der als Hobby Kriminalfälle löst. Dies gelingt ihm, indem er sich in den Täter hineinversetzt, dabei das Verbrechen selbst begeht, wie er sagt. Dabei ist er aber weniger daran interessiert, Verbrecher der irdischen Gerechtigkeit auszuliefern, sondern er will sie zu Gott führen.
 
  Es fällt schwer, aus Chestertons Erzählungen eine Beschreibung und Biographie Father Browns abzuleiten. Sein Vorname beginnt mit einem „J“ (Das Auge Apollos); er wird als klein und gedrungen, mit einem großen Kopf beschrieben. Seine Augen sind grau. Father Brown hat nur wenige Verwandte: eine Schwester und eine Nichte, Elizabeth „Betty“ Fane. Er ist in Essex aufgewachsen und studierte in Oxford am fiktiven Mandeville College. Als Kaplan arbeitete er eine Zeit lang in einem Gefängnis in Chicago. Offensichtlich hatte Brown im Laufe der Zeit mehrere Pfarrstellen inne; erwähnt werden das Kirchspiel „Cobhole“ in Essex, die Londoner Pfarrer St. Dominic, das kleine Dorf „Bohun Beacon“ und Scarborough. Außerdem war er als Missionar in Südamerika tätig.
 
  Die meisten der Geschichten spielen in England, aber einige auch in anderen Ländern: USA, ein nicht weiter bestimmtes Land an der Nordküste Südamerikas, Frankreich, Italien, Mexiko und Deutschland.
 
  Browns einziger Freund ist der ehemalige Verbrecher Hercule Fambeau, der, von Brown bekehrt, zum Privatdetektiv wird und sich schließlich in einem Schloß in Spanien zur Ruhe setzt. Flambeaus bürgerlicher Name ist Duroc.
 
  Es gibt übrigens ein reales Vorbild für Father Brown: Father John O`Connor von St. Custerberts, Bradford. Er war der Pfarrer, der Chestertons Konversion zum katholischen Glauben leitete. Weitergehende kriminalistische Fähigkeiten O`Connors sind allerdings nicht überliefert,“ liefert die Internetenzyklopädie Wikipedia Hintergrundwissen.
 
  Hier liegt eine seltsame Geschichte vor. Die Ermittlungen gegen einen Bankier, der Finanzmanipulationen beging, bilden den formalen Rahmen für die Geschichte. Die Geschichte setzt kurz vor dem Ende der Ermittlungen ein, zeigt keine Ermittlungsarbeit und hat fast schon einen moralisierenden Charakter. Wird hier möglicherweise über menschliche Charaktereigenschaften im Allgemeinen geredet? Ich bin mir nicht sicher, was ich von dieser Produktion halten und wie ich sie einordnen soll. Daher zögere ich hinsichtlich einer Aussage, ob ich die vorliegende Produktion überhaupt weiterempfehlen kann.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.