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Géza Gárdonyi
Idas Scheinehe
(Ida regénye, 1924)

Kortina Verlag
2008
Übersetzt von Clemens Prinz
467 Seiten
ISBN-13: 978-3950231557
€ 19,90


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Von Sascha Todtner am 27.05.2009

  Géza Gárdonyi gilt als der ungarische Goethe, der klassische Schriftsteller an dem sich alles messen muss. In der Schule wird als Lektüre sein Roman „Sterne von Eger“ und der hier vorliegende Roman zählt zu den drei Lieblingsromanen der Ungarn.
 
  Idas Scheinehe handelt von einer Halbwaisen, deren Vater ein reicher Weinhändler ist und zusätzlich nach dem Tod seiner Frau den Lüsten und Genüssen des Lebens fröhnen will und deshalb Tochter in ein Klosterinternat steckt. Als diese das Abitur bestanden hat, besteht er darauf, dass sie weiter im Kloster bleibt. Ida aber ist durch einen Lyrikband von zwei Wörtern besessen: Freiheit und Liebe.
 
  Als sie eine Schülerin beschützt wird sie von der Oberin des Klosters verwiesen und kommt zu ihrem Vater, in dessen Haus sie, als katholisch prüde erzogene 19 Jährige, nicht mit dem Gepflogenheiten ihres Vaters zurechtkommt. Daraufhin sucht dieser per Announce einen Gatten für seine Tochter um sich möglichst elegant dieser zu entledigen. Als Anreiz für die Bewerber stehen 300.000 Kronen Mitgift.
 
  Csaba, ein verhinderter Künstler, welcher nun sein Dasein als Journalist fristet, wird auf die Announce aufmerksam und bewirbt sich, da sein Schwager und seine Schwester kurz vor dem Ruin stehen und das väterliche Erbe vor dem Verkauf steht. Seiner Schwester zuliebe geht er diese Ehe ein.
  Das einzige Problem: Die Eheleute müssen ein Jahr zusammenleben, da ansonsten die mItgift nicht ausbezahlt werden würde.
 
  Der ungarische Romancier Gárdonyi schildert in diesem Roman nicht nur eine zarte Liebegeschichte, die einerseits zu leicht heiter wie Rosamunde Pilcher zu sein scheint, aber andererseits gleichzeitig einen Tiefgang zu vermerken hat, welcher für den Nicht-Ungarn-Kenner manchmal sogar zu schwer werden kann.
 
  Auch die Charaktere des Romans handeln ihrer Zeit entsprechend, was für den heutigen Leser ungewohnt, vielleicht sogar unlogisch erscheint. Des Autors Stil erinnert an die großen Österreicher der Jahrhundertwende, auch wenn Welten Schnitzler bzw. Zweig und Géza Gárdonyi liegen.
 
  Ein zuckersüßer Roman über die langsam erwachende Liebe nach dem Schluss der Ehe und ein Sittenportrait der ungarischen Gesellschaft der damaligen Zeit. Endlich liegt dieser ungarische Klassiker auch in deutscher Sprache vor!

 

 

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