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Thomas Jeier (Autor)
Chicago und die großen Seen

Mairdumont
2009
143 Seiten
ISBN-13: 978-3-8297-0385-7
€ 9,95


Von Alemanno Partenopeo am 29.03.2009

  Der neu gelaunchte Reiseführer zu Chicago und den großen Seen wurde von Thomas Jeier verfasst, der die Stadt sogar als noch aufregender als New York bezeichnet. Gründe dafür zählt er einige auf, da wäre zum Beispiel die „Bootstour zu den Wolkenkratzern“, der Architecture River Cruise, oder die Touren auf Al Capone`s Spuren, der die Stadt wohl wie kein anderer geprägt hat. Wer eher das verspielte, romantische Chicago sucht, kann aber auch nach St. Charles fahren und das sogar auf einem echten historischen Schaufelraddampferboot. Für Naturfreaks mögen auch die frei fliegenden Schmetterlinge des Peggy Notebeart Nature Museum die Attraktivität einer langen Reise über den Ozean erhöhen, aber auch die anderen durchwegs „grünen“ Attraktionen der Stadt, die schon seit langem als Mekka der Ökos gilt.
 
  „The Windy City“ ist nicht zuletzt deswegen so sauber, weil dort immer ein Wind durch die Hochhäuserschluchten fegt und der „grüne Lifestyle“ schlägt sich nicht nur kulinarisch, sondern auch in vielen anderen Formen nieder: „Pivot“ etwa ist eine Öko-Boutique, die ihre Kleidung aus nachhaltigen Materialien wie Bambus, Seide, Soja und Bio-Baumwolle herstellt oder andere Materialien recycelt. Das Chicago Green Festival (www.greenfestivals.org) wäre vielleicht ein idealer Zeitpunkt zum Besuch der Stadt am Michigan-See. Und vielleicht noch eine andere Tatsache mag verblüffen: Wrigleys Spearmint Kaugummis wurden hier erfunden und das Firmengebäude gehört zu einem der schönsten Wolkenkratzer Amerikas. William Wrigley jr. war 1891 im Alter von 29 nach Chicago gekommen: mit 32 Dollar in der Tasche. Der Rest ist eine amerikanische Legende und weit weniger gefährlich als jene von Al Capone. Chicago ist aber auch die Heimat vieler schwarzer Bluesmusiker, die aus dem Süden nach Chicago kamen, um dem Rassismus zu entfliehen. Hier wirkte nicht nur Muddy Waters als Schöpfer des Chicago Blues, sondern auch der Bluesgitarrist Buddy Guy, den man heute noch mit etwas Glück live bewundern kann.
 
  Der Reiseführer beschreibt nicht nur die Feste und einzelnen Quartiere Chicagos durch kleine Übersichtskarten, sondern auch viele Sehenswürdigkeiten innerhalb des Loop, des City-Centers. Low Budget Tipps helfen dem jungen Traveller bei der Auswahl seiner eigenen Höhepunkte, so kann man etwa das Grant Park Music Festival gratis besuchen oder im Sommer kostenlos Trolleys zu den verschiedenen Festivals benutzen. Die „Stadt der breiten Schultern“ kann mit dem Marco Polo Reiseführer also leichten Herzens errungen werden und führt darüber hinaus auch in die Nachbarschaft, etwa Milwaukee oder Cleveland und sogar Detroit. Restauranttipps und Spaziergänge helfen dabei, Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen. In Amerika ist das ja ohnehin ein Fremdwort, wie jeder Reisende weiß: Wer genug von der Kultur hat, shoppt eben until he drops...in einer der unzähligen Malls, etwa der Grand Avenue Mall, fällt einem das - in historisierendem Ambiente - ohnehin noch leichter.

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