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Susanne Alge
Premiere für Han Li

Limbus
2009
292 Seiten
ISBN-13: 978-3902534248
€ 19,20


Von Alfred Ohswald am 19.03.2009

  In ihrer Familie ist die kleine Roswitha die etwas Kapriziöse und liegt ständig im Streit mit ihrer Mutter. Ihre Schwester ist sehr viel ruhiger und wird nicht wenig von ihr traktiert. Ihr Vater duldet ebenfalls die ständigen Attacken seiner Frau, bis er sich sang- und klanglos verabschiedet. Als Roswitha und ihre Jugendfreundin das berühmte Foto eines vietnamesischen Mädchens nach einem Napalmangriff entdecken, nennen sie es in ihrer Phantasie Han Li und spinnen auch sonst einige Geschichten um sie.
  Später, als Roswitha für einen kunstbegeisterten Anwalt arbeitet, bekommt sie Gelegenheit, für ein kleines Theater zu schreiben. Sie wählt die fiktive Geschichte der fiktiven Han Li als Thema (daher der Buchtitel).
  Von dieser Zeit handelt der ersten Schritte im literarischen und generell im erwachsenen Leben handelt der Roman über weite Strecken. Von Unsicherheiten gebeutelt, verunsichert Roswitha auch ihre Umgebung. Und so kommen ihre ersten Verliebtheiten über unsichere Schwärmereien auf Distanz nicht hinaus. Vor stärkeren Gefühlen flieht sie wie ein aufgescheuchtes Huhn, was der Schluss noch einmal besonders deutlich herausstellt.
 
  Der Roman schildert recht kurzweilig aber auch mit einer gewissen Distanz zu den Figuren die ersten holprigen Versuche einer jungen Frau in Beruf und Beziehung, wobei sie für die Liebe noch offensichtlich nicht reif genug ist. Wobei schon auffällt, dass Erotik in ihrem Alter praktisch keine Rolle spielt. Berührungen und Worte, die ein wenig angenehmen Schauer auslösen, sind der verwegenste Sex im bisherigen Leben der Hauptfigur. Nicht, dass die sonst nicht seltene, seitenlange und überaus detaillierte Beschreibung erotischer Szenen ein Mangel wäre. Wenn aber selbst Küsse im Leben der doch schon deutlich der Pubertät entwachsenen Hauptfigur bisher nicht vorkamen, wirkt es schon einigermaßen seltsam.

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