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Andreas Fehler
Vom Abrieb der Zeit

Projekte Verlag
2009
204 Seiten
ISBN-13: 978-3-86634-621-5
€ 14,80


Von Dr. Jürgen Schwalm am 10.03.2009

  Andreas Fehler schreibt von der Wendezeit, spricht vom „Abrieb der Zeit“, nennt seine Analyse eine Geschichte. Die aber nicht Geschichte geworden, sondern immer noch brennende Gegenwart ist. Sie hat noch längst kein Ende. Denn es gibt nachwievor zu viele Zeugen und Zeitzeugen, die sie nicht vergessen wollen und können.
 
  Was hier erzählt wird, ist ein Zustandsbericht. Aufgeblättert werden sozusagen mit Amnesie und Epikrise die Akten der „Unverbesserlichen“, des Erich Schwertfeger, ein unkritisch angepasster Handlanger der DDR, der die Zeichen der Zeit nicht verstehen will und kann.
 
  Er wurde nach der Wende kein Wendehals, aber auch kein Steifhals, sondern eher ein Knickhals, also einer, der sich selber „den Hals brach“, weil er sich in kritischer Phase der Grenzöffnung aufgab, in der viele (und leider auch schwarze Schafe!) eine Chance zur „Erneuerung“ sahen, die Schwertfeger jedoch nicht erkennen und ausnutzen wollte.
 
  Fehler recherchiert sehr genau und liefert ein exaktes und lebendiges Bild jener Übergangszeit, als die Wende aus dem Ruder zu laufen drohte. Er beschreibt punktgenau die Verfassung der vom Staat bedrängten und ihre Bewegungsfreiheit beschränkten Menschen. Er schildert detailliert und nuancenreich den DDR-Alltag, seine Bürger, die dennoch die Hoffnung nicht aufgaben, und die Charakterzüge seiner uniformierten Aufpasser.
  Fehlers Buch ist vor allem deswegen lesenswert, weil in ihm die Ereignisse kritisch hinterfragt werden, aber nicht berichtet wir, ohne zu verurteilen.
 
  (Und somit ist der „Abrieb der Zeit“ auch ein Buch für die Schule, für den Deutsch- oder Geschichtsunterricht.
 Lesen wir es, diskutieren wir es!)

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