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Leseretten
Prosaröllchen statt Tabakwölkchen

Ars vivendi
2009
ISBN-13: 978-3-89716-413-0
€ 8,90


Von Alemanno Partenopeo am 16.01.2009

  Bald wird es eine neue Währung geben. Nicht mehr Zigaretten, sondern Leseretten, 10 literarische Texte zu Papierröllchen gedreht in einer attraktiven Metallbox mit dem Aufdruck “READ“Y, Lies!
 
  Nicht erst seit Gustave Flaubert weiß man, dass man lesen muss, um zu leben, das ars vivendi Original kommt rechzeitig zum Tabakverbot in österreichischen und deutschen Bars und Restaurants. Wer unter 80 m2 hat, muss sich ab 2009 klar als Raucher oder Nichtraucherlokal deklarieren, ansonsten kommt der Kuckuck. Um dies zu vermeiden, könnte man doch auch Prosaröllchen statt Tabakwölkchen anbieten, die Lunge dankt`s und das Gehirn wird folgen, wenn auch nicht immer gleich.
 
  Knabberzeugs für`s Gehirn wird nämlich nicht nur von Flaubert, sondern auch von Herman Melville und Gottfried Keller, Eva Menasse und Friedrich Ani angeboten. Auch Eugene Sue oder Joseph Roth und Jean Claude Izzo oder Lucas Bahl haben etwas Besseres als Blauen Dunst anzubieten. Die zehn in dieser Metallbox enthaltenen Stories werden jeden Stammtisch aufmischen und neues zur gepflegten Konversation beitragen, das sich zumindest nicht sofort in Rauch auflöst. Manch` andere Wolke wird sich vielleicht bilden, wenn man seine grauen Zellen anstrengt, doch eine gute Geschichte hat noch jedes schlechte Wetter vertrieben.
 
  Hier kann man also beruhigt zugreifen, denn diese Sucht, wird niemandem schaden, weder sich selbst noch dem Nachbar. Natürlich kann man die Geschichten auch tauschen, oder andere anbieten, vielleicht sogar selbstgedrehte? Der Phantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt und am Schwarzmarkt werden diese Leseretten bald die Zigaretten ersetzen und so manches Leben retten. Gesundheit und Prosit 2009!

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