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Quellensammlung zur mittelalterlichen Geschichte
Zweite Fortsetzung - Continuatio secunda fontium medii aevi

Heptagon Verlag
2007
ISBN-13: 978-3934616677
€ 44,90


Von Richard Niedermeier am 28.12.2008

  Wer heute nach mittelalterlichen Quellen sucht, braucht nicht in jedem Fall den mühsamen Gang zum Präsenzbestand einer Bibliothek zu machen; der Berliner Heptagon Verlag leistet mit seiner zweisprachigen „Quellensammlung zur mittelalterlichen Geschichte“ auf CD-ROM unschätzbare Dienste, deren dritter Teil weitere wichtige Texte vom frühen bis zum späten Mittelalter erschließt.
  Die Gotengeschichte des Jordanis, die Langobardengeschichte des Paulus Diakonus, die Chroniken des Hermann und Berthold von Reichenau, sowie des Bernold von St. Blasien und des Otto von Freising finden sich darin, neben einer Vielzahl von Lebensbeschreibungen, Jahrbüchern oder auch der „Kaiser und Papstgeschichte“ von Heinrich dem Tauben.
  Beeindruckend sind aber nicht nur die Zahl und der historische Rang der Titel: Die Quellensammlung bietet auch optimale Recherchemöglichkeiten und ist voll zitierfähig, weil sie auch die entsprechende Seite der Buchvorlage angibt. Hilfreich ist auch, dass das Anlegen von mehreren Fenstern den Vergleich verschiedener Texte erleichtert. Auch der Export in ein Textverarbeitungsprogramm gelingt mühelos.
  Die deutschen Übersetzungen der lateinischen Schriften sind der Reihe „Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit“ (GdV) entnommen, stammen also überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Darum wirken sie in ihrer durchaus schönen Behäbigkeit sprachlich etwas entrückt; aber- und das ist letztlich entscheidend – sie sind zuverlässig, und niemand sollte an den Werken dieses großen Jahrhunderts deutscher Geschichtsforschung vorschnell herummäkeln!
  So ist diese Quellensammlung ein unentbehrliches Hilfsmittel für die wissenschaftliche Arbeit, aber ebenso auch eine reiche Fundgrube für alle historisch Interessierten. Und man kann dem noch jungen Heptagon Verlag nur wünschen, dass er seine Arbeit der Quellenerschließung fortsetzt und dazu – auch außerhalb des engeren akademischen Bereichs – viele Leser findet, damit die Historie in unserem Land wieder den Stellenwert findet, den sie einst besessen hat.

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