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Hans-Peter Vertacnik
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Gmeiner Verlag
2008
373 Seiten
ISBN-13: 978-3899777840
€ 9,90


Von Alfred Ohswald am 02.09.2008

  Der zweite Fall mit dem etwas renitenten Polizeikommissar Zoff ist mehr ein klassischer Krimi, als der Vorgänger „Abfangjäger“. Er kommt weitgehend ohne große Verschwörung aus und die geheime Macht hinter der offiziellen Macht spielt nur eine eher kleine Nebenrolle. Dafür muss Zoff dieses Mal mitten im heiklen Feld der österreichischen Innenpolitik ermitteln.
  Im Umfeld des jungen, erfolgreichen Salzburger Bürgermeisters, der auch Chef der Liberalen ist und in der Bundespolitik mit den Konservativen in einer Koalition sitzt, passieren einige Brandanschläge auf Häuser und schließlich auch Morde.
  Der Krimi spielt in der Zeit, als sich diese liberale Partei aufsplittert und die Protagonisten sind zum Teil leicht bestimmten Akteuren in der österreichischen Innenpolitik zuzuordnen, wenn man Name, Bundesland und andere Details etwas ändert. Diese leichten Abänderungen der Wirklichkeit geben dem Autor dann die Möglichkeit, ein recht drastisches Bild der politischen Szene zu beschreiben. Aber Hans-Peter Vertacnik hat ja schon in „Abfangjäger“ deutlich gezeigt, dass er mehr zur drastischen Darstellung als zur noblen Zurückhaltung neigt. Derartige Politthriller kannte man bisher kaum aus der Feder der schreibenden Zunft in Österreich und Hans-Peter Vertacnik ist da ein Vorkämpfer auf beachtlichem Niveau.
  Generell kann man ihn als eher untypischen österreichischen Krimiautor bezeichnen, er kommt weitgehend ohne den hier sonst fast schon im Krimi genretypischen Humor aus und nähert sich dafür sehr realistisch dem sonst gerne gemiedenen Umfeld der Politik. Beschränken sich andere Autoren gerne auf etwas karikaturhaft dargestellte pressegeile und intrigante Polizeichefs oder bestenfalls Innenminister, beschreibt Hans-Peter Vertacnik sie bis zur recht deutlichen Erkennbarkeit. Wer bisher gedacht hat, gute Politthriller spielen immer im Umfeld von CIA, MI6, KGB, Mossad & Co., der wird hier seine Meinung ändern.

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