Gerald Jatzek / Hermann Schlösser Wie kommt der Esel auf die Brücke Kleine Merkhilfen gegen die Vergeßlichkeit
Molden 2008 173 Seiten ISBN: 3854852118 € 14,90
Von Jürgen Weber am 21.05.2008 „Pons asinorum“ hieß es bei den alten Römern und tatsächlich gibt es die sogenannten „Eselsbrücken“ auch in anderen Sprachen: „pont aux anes“ auf Französisch etwa oder „puente de los anos“ auf Spanisch. Eine Methode der fortschreitenden Vergesslichkeit entgegenzuarbeiten ist zum Beispiel der Syllogismus, mit dem man zwei Prämissen zu einer Schlussfolgerung verknüpft, also z.B. 1. Alle Menschen sind sterblich 2. Sokrates ist ein Mensch. Daraus folgt 3. Sokrates ist sterblich. Versuchen Sie es selbst mit eigenen Beispielen, es kann ganz schön Spaß machen! Während diese überlieferte Mnemotechnik aber bald durch den Rationalismus herausgefordert wurden, etwa Rene Descartes, der jedem Denker empfahl alle überlieferten Lehrmeinungen systematisch „zu vergessen“, machte ihr der Buchdruck und heute die neuen Medien (google!) endgültig den Garaus. Damals, etwa auch für Georg Wilhelm Friedrich Schlegel, sollte das Verstehen an die Stelle der zufällig aneinander gereihten Mnemotechniken gestellt werden. Denn wer etwas verstanden hat, vergisst es nicht mehr. So weit die Theorie. In der Praxis prägen sich doch besonders die Dinge hartnäckig ins Gedächtnis ein, die man eben gerade nicht versteht. Und um die Erklärungen davon besser verstehen zu können, eignen sich besonders gut die Eselsbrücken, oder vielleicht, um die Imageprobleme zu beseitigen: Fuchsbrücken. Denn wer schlau ist, merkt sich wo die Gänse stecken! Oder wie die längsten Flüsse lauten: „Nistende Ameisen jagt Mimi jederzeit ohne Angstgefühl. Nilpferde am Jahrmarkt müssen jetzt ohne Armband gehen“. Ja, Sie haben richtig gelesen, wenn Sie letzteren Satz richtig entschlüsseln können erwartet Sie die richtige Antwort: Nil, Amazonas, Jangtse, Mississippi/Missouri, Jenissei, Ob, Amur, Gelber Fluss. Sollten Sie Zweifel an dieser Methode haben, versuchen Sie doch einmal das Gründungsdatum Roms ohne den dazugehörigen Spruch aufzusagen...eben! Und wenn Sie das alles nicht verstanden haben, dann halten Sie sich am besten an PQ4R! Diese Abkürzung bedeutet, welche Lesemethode man anwenden soll, um einen Text besser verstehen zu lernen: Preview, Questions, Read, Reflect, Recite, Review. Vorliegende vergnügliche Merkhilfe ist reich an Illustrationen und Methodenhinweisen, wie Sie Ihrem Gedächtnis ein Schnippchen schlagen können und vom Esel zum schlauen Fuchs werden können. Auch einige Literaturhinweise und Websites werden als Gedächtnishilfe angeboten. Es macht Spaß in dem Buch zu blättern und auch, sich etwas damit zu trösten, dass es anderen manchmal genauso geht. „Was meinen Sie?“ „Ach, vergiss` es!“ Für die ganz Vergesslichen unter uns gibt es übrigens auch einen Index am Ende des Buches, wo man einzelne Problemfälle noch mal direkt nachschlagen kann. Gerald Jatzek hat 1981 seine Promotion in PPP geschrieben und ist seit 1976 freiberuflicher Journalist, Schriftsteller und Musikant. Seit 1997 arbeitet er auch als Online-Redakteur und Webdesigner der „Wiener Zeitung“. 2001 erhielt er den Staatspreis für Kinderlyrik. Hermann Schlösser wurde 1953 in Worms am Rhein geboren und studierte Germanistik und Anglistik in Marburg und Sheffield bis zum Dr. phil. Er lebt heute ebenfalls in Wien und arbeitet als Feuilleton-Redakteur der „Wiener Zeitung“.
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