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Alberto Moravia
Cosma und die Briganten

Wagenbach
2007
Übersetzt von Marianne Schneider
95 Seiten
€ 13.90 [D] 14.30 [A] sFr 25.10


Von Alemanno Partenopeo am 01.05.2008

  Diese kurze Geschichte erschien erstmals in sieben Fortsetzungen in der italienischen Wochenzeitung „Oggi“ (etwas seltsam, dass sich einen Wochenzeitung „Heute“ nennt, aber so steht es in der editorischen Notiz des Verlages) und zwar im Jahre 1940. Bald darauf erhielt der Autor übrigens Schreibverbot von den Faschisten, da sie ihn als Gegner empfanden und auch der Vatikan dabei mithalf, diesen Schriftsteller zum Schweigen zu bringen. Aber nur vorläufig, denn nach dem Krieg sollte seine Karriere erst richtig beginnen. Bitte sehen Sie auch nach Rezensionen von anderen Büchern des Autors auf unserer Buchseite, indem Sie in unsere Suchleiste den Namen eingeben.
 
  Moravias Novelle behandelt seine (oder die des Menschen) „ewigen“ Themen: die Schwierigkeiten der Liebe zwischen Mann und Frau, Lug und Betrug und die Sehnsucht nach Freiheit. Dass es sich im vorliegenden Fall sogar um wirkliche Räuber handelt und der erst tot geglaubte Protagonist Cosma sich ausgerechnet in die Räuberhauptmannsgeliebte verliebt und es außerdem erst merkt, als er ihr zur Freiheit verhilft, gehört wohl zu den absurden Wendungen, wie nur das Leben sie schreiben kann. Denn dadurch, dass Cosma Albina von den Gendarmen befreit, gesteht er sich zwar seine Liebe zu ihr ein, aber ohne selbst etwas davon zu haben, denn sie entschwindet für immer aus seinen Armen.
 
  Bevor es jedoch zu diesem Dilemma kommt, erwartet Sie eine abenteuerliche Geschichte, in dem sich eigentlich - außer Cosma - alle als etwas anderes ausgeben, als das, was sie wirklich sind. Motto: „Der vollkommenste Betrug ist der, den man aus Elementen der Wirklichkeit zusammensetzt.“ Ganz so wie im richtigen Leben eigentlich. Dennoch werden Sie eine wirkliche „Räuberpistole“ lesen, wie Sie wohl auch Eric Hobsbawm gefallen würde (Bitte sehen Sie die Rezension zu seinem neuen „Banditen“-Buch auf dieser Buchseite!) Die Verwirrgeschichte um Räuber und Gendarm von Moravia ist aber auch eine Geschichte um Freundschaft, Treue und Liebe. Auch wenn die meisten diese Ideale nur gegenüber dem gestohlenen Schmuck aka Geld empfinden. Aber lesen Sie selbst, wie es dennoch gelingt ein bisschen Wahrheit in unsere verlogene Welt zu bringen: „Entweder man betrügt oder man wird betrogen; und als wäre der eigene Betrug nichts anderes als die vorweggenommene Rache für den Betrug des anderen.“ So also leben wir. Leben wir so? Cosma wohl einer der letzten Aufrechten...

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