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Hermann Bauer
Fernwehträume

Gmeiner Verlag
2008
277 Seiten
€ 9,90


Von Alfred Ohswald am 20.03.2008

  Herr Leopold, seines Zeichens Ober in einem kleinen Kaffeehaus in Wien, hat eine Schwäche für Kriminalfälle. Durch seinen Bekannten Juricek bei der Kriminalpolizei erhält er auch manchmal Gelegenheit, dieser Leidenschaft durch Hilfsdienste für die Polizei nachzukommen.
  Als ein weiblicher Stammgast ihres Kaffeehauses Opfer eines Mordes ist, wird Herr Leopold durch den Finder der Leiche noch vor der Polizei verständigt und kann sich deshalb noch vor der Polizei am Tatort umsehen. Als dann – etwas verspätet - die Polizei von ihm verständigt wird, hat sein Bekannter Juricek auch tatsächlich eine kleine Aufgabe für ihn. Aber das kann ihn natürlich nicht bremsen, darüber hinaus mit allgemeinen Ermittlungen zu beginnen.
  Das Opfer war eine vermeintlich alte Jungfrau, die sich dann aber als doch recht lebenslustig herausstellt. Hatte sie doch eine Amerikareise mit einem geheimnisvollen Unbekannten geplant. Einzige Verwandte ist eine Schwester, mit der sie sich allerdings zerstritten hatte. Noch in der Mordnacht war dieser Streit erneut aufgeflammt, als diese Schwester sie aufgesucht hatte. Und so ist diese Schwester die erste Anlaufstelle für den umtriebigen Herrn Leopold…
 
  Hermann Bauer ist mit seinem Krimi-Erstlingswerk ein überzeugender Wurf gelungen. Nicht nur die Krimhandlung wird spannend und trotz ihrer zahlreichen Verästelungen immer leicht zu verfolgen erzählt. Auch die Charaktere sind originell ohne bemüht exzentrisch zu sein und ausgezeichnet beschrieben. Ganz besonders ist dem Autor die Wiener Atmosphäre abseits der Zentren und der typische Zungenschlag gelungen, ohne dabei aufdringlich zu werden. Herr Leopold mag eine zum Klischee neigende Figur sein, aber sonst würde der typische Humor nicht auf diese Art funktionieren. Abgesehen davon, gibt es sie tatsächlich, die Ober, die mit der Titelvergabe an ihre Gäste reichlich großzügig sind und den Mauerer mindestens mit Herr Baurat anreden.
  Eine wirklich erfreuliche Neuentdeckung, vor dessen Herrn Leopold man sich noch zahlreiche Abenteuer wünscht.

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