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David Gemmell
Der silberne Bogen
(Lord of the Silver Bow, 2005)

Heyne
2006
Übersetzt von Michael Koseler
638 Seiten
13,-


Von Alfred Ohswald am 11.02.2008

  David Gemmell setzt mit seiner Version des trojanischen Krieges recht zeitig an und weicht sehr weit von Homers Vorlage ab. So spielt z-B. Helena bei ihm nur eine verschwindend kleine Rolle und hat mit dem Ausbruch des Konfliktes rein gar nichts zu schaffen. Hauptfiguren sind bei ihm in erster Linie Aeneas, Andromache und Odysseus. Ab dem 2.Teil kommen weitere Hauptfiguren hinzu, so unter anderen zwei mykenische Soldaten, die es auf die Seite Trojas verschlagen hat. Auch die Vorgeschichte und der Verlauf dieses Krieges ist völlig anders, als im klassischen Vorbild. Hier geht es ausschließlich um Machtpolitik und historische Hintergründe, wie der Einfluss der Hethiter u.a. spielen ebenfalls eine Rolle.
  David Gemmell hat sich als Fantasy-Autor einen Namen gemacht, aber hier übertrifft er sich selbst und zeiht eine bewundernswerte Kombination aus Phantasie, Erzählkunst und Einfallsreichtum. Besonders seine Charaktere sind in ihrer Mehrdimensionalität immer interessant und weit ab jedes Klischees. Persönlich kann ich mich an keine originellere und gelungenere Version der Ilias erinnern, wenn ich Dan Simmons „Ilium“ und „Olympus“ nicht dazuzähle.
  Leider ist David Gemmell verstorben, bevor er seine Troja-Trillogie beenden konnte und darum hat seine Frau Stella den 3. Teil fertiggestellt. Leider merkt man das auch. Achilles ist da plötzlich ein völlig anderer Charakter, als in den ersten beiden Teilen. Aber mehr Auswirkungen hat die stilistische Schwäche dieses 3. Teils. Stella Gemmell hat nicht annähernd das erzählerische Talent ihres verstorbenen Mannes.

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