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Veni, vidi, vici
Das große Asterix Latinum

Ehapa Verlag
2007
50 Seiten
€ 8,-


Von Alemanno Partenopeo am 02.02.2008

  Beim Teutatas! Ausgerechnet den widerspenstigen Galliern ist es gelungen, die Sympathien der Jugend für das Lateinische zu retten! Asterix und sein kleines Dorf, das sich dem Römischen Imperium nie ergeben hat, haben der lateinischen Sprache das Überleben über viele Generationen hinaus gesichert und damit den Untergang des Gallisch-Französischen wohl auch -unabsichtlich – noch beschleunigt. Denn Asterix wurde zwar vom Französischen in alle Sprachen und auch Dialekte der Welt übersetzt, das Lateinische blieb jedoch in jedem Band erhalten. Veni, vidi, vici: ich kam, sah und siegte, sagt Cäsar wohl nicht umsonst.
 
  Die Idee der Ehapa Comic Collection die meisten in den Asterix-Alben verwendeten Latein-Aussprüche in einem eigenen Brevier zu versammeln, kann schlichtweg als genial bezeichnet werden. Denn es freut einen nicht nur die Erinnerung an die einzelnen Geschichten, denn jedes Zitat ist natürlich mit einer Quellenangabe versehen, sondern auch die Zeichnungen und vor allem der beigefügte Hintergrund des verwendeten Ausspruchs. Es wird nämlich – ganz nebenbei – auch etwas römische Geschichte und Kultur verbreitet und erklärt. Haben Sie z.B. gewusst, dass „CONTRARIA CONTRARIIS CURANTUR“ (Asterix im Morgenland, Seite 34, Bild 5) ein medizinischer Grundsatz in der römischen Medizin war? „Gegensätzliches wird mit Gegensätzlichem geheilt“ geht auf Galen, Leibarzt von Kaiser Marc Aurel, zurück und meinte, dass ein kranker Mensch dadurch wieder ins Gleichgewicht gebracht werden könnte. „VANITAS VANITATUM ET OMNIA VANITAS“ (Asterix der Gallier, Seite 36, Bild 5) hingegen ist ein Zitat aus dem Alten Testament und bedeutet, dass alles Eitelkeit ist. Denken Sie daran, wenn Sie morgens in den Spiegel sehen oder aus ihrem Porsche aussteigen.
  Und für die Journalisten unter uns noch ein schönes Zitat, mit dem Sie Ihre Kollegen beeindrucken können: „Quis, Quid, Ubi, Quibus auxiliis, Cur, Quomodo, Quando“ heisst übersetzt nichts Anderes, als die sieben W-Fragen, die für einen journalistischen Text essentiell sind. Der genaue Ursprung dieser Fragestellung wird zwar in vorliegendem Buch nicht geklärt, aber die Quellenangabe (Die goldene Sichel, Seite 43, Bilder 8-10) dürfte einige Hilfe bei der Aufklärung der Bedeutung derselben leisten. Man kann schließlich noch viel mehr von Asterix lernen, nicht nur Latein!
 
  Kurzum: ein absolutes Muss für jeden Neo-Latiner. Nicht nur um der vielen Erinnerungen willen eine willkommene Publikation, sondern auch zum Nachlesen der Ursprünge des Ausspruchs bestens geeignet. Natürlich ist das Buch in Farbe illustriert, sowohl mit den zugehörigen Bildern aus den Asterix-Alben, als auch zusätzlich mit „historischen Pergamentquellen“, die über die römische Geschichte Auskunft geben und den wirklichen Ursprung der Zitate wiedergeben. Dass Latein wieder beliebter wird, auch als Tatoo auf den wohlgeformten Fußballer-Körper, habe ich schon an anderer Stelle beschrieben, sehen Sie bitte auch die Rezension „Latin Lover“ auf dieser Homepage!

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