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Anton Mantler
Einsame Elchkuh knabbert an Apfelbäumen

edition nove
2007
88 Seiten
€ 13,-


Von Rudolf Kraus am 22.01.2008

  Anton Mantlers neuester Gedichtband, den ich absichtlich so bezeichne, da die Prosa-Miniaturen eingangs nur etwas mehr als eine Seite ausmachen, stellt quasi eine lyrische Lebensconclusio dar. Glück und Scheitern liegen im Leben ja oftmals nahe beieinander, Mantler besitzt die nötige Selbstironie, um nicht ins Melancholische oder gar Pathetische abzudriften.
  „das schlimmste / trifft nicht immer zu / die andern / kochen auch nur /
  mit wasser / es sind schon / hausherren gestorben // und na ja /
  die trauben sind / mir nicht zu hoch / sondern zu süß“
  (laisser faire)
  Die Liebe darf natürlich auch nicht fehlen und so werden Ehe, zweisames Glück und kleine Verliebtheiten genauso behandelt wie berühmte historische Persönlichkeiten (wo der Kunst- und Theaterhistoriker Anton Mantler zur Geltung kommt).
  Ein Novum seines Schreibens ist der Versuch, sich an Dialektgedichten in Wiener Mundart zu probieren.
  Ich konnte mich bei einer Lesung kombiniert mit Wiener Liedern von Ingomar Kmentt eindrucksvoll davon überzeugen, dass dies gelungen ist.
  In diesen Gedichten steckt viel bedachte Ruhe gewürzt mit feinem Humor, der allerdings in ganz seltenen Momenten abhanden kommt wie in dem Gedicht „auslöschung“, das trotz alledem mein Lieblingsgedicht ist und als poetischer Happen am Schluss steht:
  „ich bin tot / und hör die glocken / tief in der nacht / alles schläft /
  nur die hunde heulen / irgendwo wimmert / ein kind // ich bin tot /
  hört ihr / ich bin wolke / ich bin rauch / ich bin stein //
  bald kommt die flut / und spült mich weg“

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