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Tini Haffmans (Hg.)
Der neue Rabenkalender 2008

Haffmans Verlag bei Zweitausendeins
2008
368 Seiten
€ 14,95


Von Alemanno Partenopeo am 05.12.2007

  Einfach und direkt kommt dieser Kalender für jeden Tag des Jahres 2008 daher. Und das schon seit 25 Jahren. Der Rabenkalender aus dem Hause Haffman bei Zweitausendeins hat schließlich einen Ruf und den will er verteidigt wissen. Das Format ist mit 20 x 13,5cm handlich und auch für unterwegs geeignet, zumal sich auf den Rückseiten der Kalenderlätter massig Platz für eigene Notizen bietet. Natürlich ist der „Rabenkalender 2008 für jeden Tag im Jahr 2008“ eigentlich ein Wandkalender und Sie sollten ihn ja auch an dem auf ihm befindlichen Loch an die Wand hängen, aber wer auf Reisen Heimweh nach ihm bekommen sollte, kann ihn kurzerhand ja einfach in seine Aktentasche packen.
 
  Das Layout ist schwarz/weiß und zeigt abgesehen von Datum und Wochentag auch das Tierkreiszeichen und den Stand des Monats an. Außerdem werden berühmte Geburtstagskinder des jeweiligen Tages aufgezählt und darunter befindet sich zumeist eine Zeichnung, immer jedoch ein Zitat einer mehr oder weniger bekannten Person. Die ersten Tage des Jahres sind noch deutlich funktionalistisch gestaltet, aber das wird im Laufe des ersten Monats des Jahres, Januar oder Jänner (für unsere österreichischen Leser), bald aufgebrochen. „Scheissbild! Frechheit!“ sagt etwa am 7. Januar ein Herr zu sich selbst vor einem Bild ohne Motiv stehend. Ein Selbstportrait? „So betrachtet gar nicht übel!“ Auch wenn der Witz erst bei genauerem Hinschauen wirkt, bleiben Ihnen dennoch die anderen sprachlichen Einsichten der folgenden Tage sicherlich weniger kurz verschlossen: „An apology? Bah! Disgusting! Cowardly! Beneath the dignity of any gentleman, however wrong he might be”, wird hier Steve Martin in die Schuhe geschoben und es bleibt offen in welchem Zusammenhang er das sagte, aber sicherlich nicht, was er damit sagen wollte.
 
  „Die Brüste sind weich und rund und sehen aus wie Luftballons oder Strandbälle. Die Mädchen strahlen, als hätte der Nikolaus sie ihnen gerade gebracht“, sagt Joan Acocella über die Playmates im Playboy und das ist nicht die erste erotische Salve, mit der dieser Kalender wohl aufgepeppt werden soll. Auch Zitate von Hugh Hefner werden verwendet, um dem Kalender Würze zu geben. Denn schon Oscar Wilde wusste: „Man muss die Leute amüsieren oder schockieren.“ Das Credo des Literaten ist wohl auch das des Raben. Und auch die anderen wesentlichen Fragen der Menschheit werden Ihnen in diesem Kalender beantwortet, etwa wenn ein Herr auf einer Straße in einer Zeichnung von Bernd Zeller zu sich selbst meint: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Gott, bin ich zerstreut!“
 
  Orientierung in orientierungslosen Zeiten, bietet Ihnen also der Rabenkalender. Sie erfahren nicht nur die Geburtsdaten ihrer Vorbilder, finden Sachen zum Lachen oder Nachdenken, sondern finden auch noch genügend Platz, die zu erledigenden Dinge des Tages auf die Rückseite des Kalenderblattes zu schreiben. Nur für den Fall, dass Sie etwas vergessen könnten... Oder wie sagte es die Kaiserin Sissi: „Das Leben ist eine schreckliche Unterbrechung des Nichts“. Dieser Kalender könnte Sie darin erinnern, das es doch mehr gibt, als das Nichts. Für etwaige Schäden übernehmen wir keine Haftung!

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