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Roter Kalender 2008
Arm und reich

Rotbuch Verlag
2008
120 Seiten
€ 4,90


Von Alemanno Partenopeo am 05.12.2007

  Der Rote Kalender ist wieder da! Aber war er je weg? In unseren Herzen hatte er immer Bestand, auch in seiner Abwesenheit oder als wir vermeintliche Substitute gefunden hatten. Wer erinnert sich nicht an die Anti-AKW-, die Berliner Häuserkampf-, Grün-Alternativ- oder Anarcho-Kalender? Hier ist das Original und dieses mal widmet er sich – aus aktuellem Anlass - dem Thema „Arm und reich“, das wohl immer aktuell bleiben wird. In jedem Fall in 2008.
 
  Auf den ersten Seiten finden Sie einen so genannten Wochenplaner, der sich für einen Gesamt-Überblick über den Monat besonders gut für fixe Termineintragungen oder Reise- und Abgabetermine eignet. Auf den restlichen Seiten werden jeweils vier Tage auf ca. einer Seite präsentiert und sie bieten genügend Platz, sich Notizen auch über den eigenen Tagesablauf zu machen. Bereits vorhanden sind Eintragungen von berühmten Persönlichkeiten wie etwa G.B. Shaw: „Geld ist nicht alles, aber viel Geld ist schon etwas“, heißt es etwa und wenig später vom selben Autor: „Was nützt das ganze Geld, wenn man ständig arbeiten muß?“ Martin Luther King weiß es besser: „Geld kann Hunger nicht stillen, sondern ist im Gegenteil der Grund für Hunger“. Solche und ähnliche Aussprüche zum Thema Armut/Reichtum finden Sie neben interessanten Texten über dasselbe Thema. Denn es wäre nicht der Rote Kalender, wenn er nicht auf politische, soziale und kulturelle Zusammenhänge aufmerksam machen würde.
 
  Da findet sich etwa ein längerer Text von Friedrich Engels, Theodor Dalrymple „Was ist Armut?“, oder ein anderer von Alexander von Schönbug über den Sultan von Brunei. So vertreibt Ihnen der Rote Kalender nicht nur Buswartezeiten, sondern beschert Ihnen auch Einsichten über die Möglichkeiten, die Welt zu ändern, zum besseren oder eben zum schlechteren. Das bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. Oscar Wilde hatte da wohl weniger Hoffnungen: „Wenn man jung ist, denkt man Geld ist alles und erst wenn man älter ist, merkt man, dass es alles ist.“ (sic!) Das soll Sie jetzt aber nicht auf den Gedanken, dass 2008 nicht alles besser ist. Denn das ist es jetzt bereits!
 
  Das Format 14x10cm ist so praktisch, dass es sogar in ihre antiimperialistische Levi´s-Imitation passt und Sie Ihren Roten Kalender überallhin mitnehmen können, auch um politisches Bewusstsein zu zeigen. Der Umschlag ist – leider, muss ich sagen – nur mehr aus Karton, wenn auch mit Glanzfolie überzeugen. Ich erinnere mich da eine Plastikversion aus den 80igern, die zwar wohl weniger ökobewusst war, dafür aber umso unverwüstlicher. Ich weiß nämlich jetzt schon wie mein Kalender am Ende dieses Jahres aussehen wird: wie Altpapier. Und das ist doch schade, schließlich wollen wir ihn doch in unser Bücherregal einordnen, damit unsere Biographen einmal genau nachschlagen können, was wir an jenem Tag X gemacht haben.

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