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Rüdiger Görner (Hg.)
Arthur Rimbaud
Poésies. Gedichte

Suhrkamp
2007
159 Seiten
€ 7,- [D] 7,20 [A] sFr 12.90


Von Alemanno Partenopeo am 29.11.2007

  Ein alphabetisches Verzeichnis der Gedichte und Gedichtanfägen gibt Auskunft über die in diesem Buch von Rüdiger Görner ausgewählten „Poesies“. Der Herausgeber verweist auch auf die unterschiedlichen Übersetzer und widmet sich einem Überblick über die Übersetzungsgeschichte dieses französischen Poeten in die deutsche Sprache. Das von der Nähe zum Expressionismus und Surrealismus charakterisierte Werke stammt erstaunlicherweise von einem Neunzehnjährigen und hat dennoch Literaturgeschichte geschrieben. Rimbaud hatte im zarten Alter von 19 schon alles gesagt, was es zu sagen ab und rauschte ab nach Afrika. Mit seinen Worten sollten sich die Nachgeborenen auseinandersetzen, er wollte leben.
 
  Mit seiner Rückkehr aus Afrika im Krankenbett und seinem baldigen Tod begründete er einen Mythos eines perfekten Menschen: erst sprechen und dann, wenn alles gesagt ist, sich rücksichtslos ins Leben stürzen und das umsetzen, wovon andere nur träumen. Auch wenn seine Konsequenz letztendlich seinen Tod bedeutet hat und schneller herbeiführte als unter normalen Umständen, blieb er dennoch der Nachwelt als konsequente Persönlichkeit erhalten, die zu ihren Worten und Taten stand. Die ebenso konsequente wie rücksichtslose Umsetzung seiner Worte in die Tat machte ihn zum Vorbild vieler Jugendlicher und auch Rockstars. Jim Morrison zum Beispiel. Aber dazu mehr an anderer Stelle, sehen Sie die links dazu auf dieser Seite.
 
  Arthur Rimbaud jedenfalls wusste nicht nur zu leben, sondern mehr noch zu schreiben und weit mehr als seine Biographie sollte uns sein Werk interessieren, das hier in einer Neuausgabe von ausgewählten Gedichten neu präsentiert wird und nichts von seinem Glanz verloren hat. Insofern muss ich dem Herausgeber Recht geben, dass es keinen Sinn hat in seinen Geschäftsbriefen aus Afrika nach lyrischen Restsubstanzen zu suchen. Eine Phasenlegung der Übersetzungsgeschichte Rimbauds hingegen, ja! Und auch der Einfluß Rimbauds auf die deutsche Dichtung sollte nicht unterschätzt werden: Georg Trakl, Benn, Enzensberger etc. und wäre eine Untersuchung wert.
 
  Die Auswahl enthält unter anderem Auszüge aus „Das trunkene Schiff“, das berühmte „AEIOU“, „Une saison en enfer“, „Vokale“, „Meine Boheme“ und viele andere. Und das beste daran: durch die Zweisprachigkeit lernt man auch noch „mühelos“ Französisch dabei! Ein gute Gelegenheit jedenfalls auch für die junge Generation, Rimbaud neu zu entdecken und mit ihm „durch spitziges Korn, auf einsamen Wegen, über schlankes Gras“ zu irren: „Je ne parlerai pas, je ne penserai rien. Mais l´amour inifini me montera das l`ame; Et j´irai loin, bien loin, comme un bohemien, (...)“...

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