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Joachim Schulz
Wenn Männer 40 werden
Leben am Rande des Haltbarkeitsdatums

Neuer Europa Verlag
2007
240 Seiten
ISBN-13: 9783866958401
€ 9,90 [D] 10,20 [A] sFr 18,10


Von Alemanno Partenopeo am 30.09.2007

  Wer mit 40 Lenzen schon den Sensenmann am Korridor auf- und abschreiten hört, muss entweder gewaltige gesundheitliche Probleme haben oder Journalist sein. Oder eben beides. Auf den Autor vorliegender Fibel trifft offensichtlich beides zu (sehen Sie bitte die Kurzbio am Ende dieser Rezension). Die sogenannte „zweite“ Lebenshälfte sei vor allem von Verlust gekennzeichnet: erst gibt der Körper den Geist auf, dann verabschiedet sich der Geist von der Seele und schließlich lebt nur noch eine leere Hülle weiter, die auf ihre Bestattung wartet. Ganz so schlimm ist es nicht, aber wann haben Sie das letzte Mal Sport betrieben? Und dabei gewonnen? Eben!
 
  Es beginnt vorerst nur mit den kleinen Wehwehchen, bald folgen kleinere und größere Operationen, aber die machen alles nur noch schlimmer. Der Homo erectus habe mit 40 eben sein Haltbarkeitsdatum schon weit überschritten, so der Autor. Wenn dann auch noch die Kniescheibe rausspringt und der einzige „Sport“, den man noch unbeschadet - ohne gröbere Verletzungen - überstehen kann Dart spielen heißt, fragt man sich schon, was man eigentlich auf diesem Planeten noch soll.
  Gottseidank, hat man(n) sich rechtzeitig noch ein Hobby zugelegt und so geht es munter in die Frühpension. Das Problem ist nur, dass man immer noch mehr Zeit auszufüllen habe, aufgrund der „präsenilen Bettflucht“ werden die Schlafphasen immer kürzer und die Tage noch länger, als sie ohne Arbeit ohnehin schon sind. Was eignet sich da besser als Hobby als ein eigener Sprössling? Wer es mit 40 nicht ohnehin schon hinter sich hat, dem füllt sich die Freizeit wie von selbst: mit Kindersorgen. Wem, das zu gefährlich ist (Gasexplosion!), der könnte sich doch auch dem Kochen widmen, aber hier heißt es dann: Achtung vor „Knüppel aufn Kopp“!
 
  Dem Verlag sei`s gedankt, dass dieses Survivalhandbuch für alte Männer in großen Lettern gedruckt wurde, so können die müden, 40-jährigen Augen, wenigstens auch wirklich alles lesen und sich über die humorvollen Anflüge des „jungen Hüpfers“ amüsieren. Wenn nur das Kreuz nicht so weh täte, oje, ich glaub` ich muss mich gleich ein bisschen niederlegen...
 
  Joachim Schulz wurde 1963 geboren und hat somit die 40 sogar schon weit überschritten. Er lebt als Buchhändler und Nebenerwerbsautor in Marburg und schreibt Glossen und Humoresken für die taz, die Titanic, die Frankfurter Rundschau, den Donaukurier u.a.

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