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Wilhelm Baum
Margarete Maultasch
Ein Frauenschicksal im späten Mittelalter zwischen Eros und Politik

Kitab
2007
232 Seiten
ISBN-13: 9783902005434
€ 25,-


Von Alfred Ohswald am 16.09.2007

  In der österreichischen Geschichtsschreibung kennt man Margarete Maultasch vor allem, weil sie das Land Tirol an den Habsburger Rudolf IV. und damit an Österreich übergab. Im Westen Österreichs ist sie auch noch Hauptfigur zahlloser – oft pikanter - Legenden. Auch in der Geschichtsschreibung galt sie lange Zeit geradezu als Inbegriff einer liederlichen Frau.
  Der Grund dafür liegt in der Begründung, mit der sie ihren ersten Mann Johann von Luxemburg verstieß, mit dem sie bereits im Kindesalter verheiratet worden war. Sie beschuldigte ihn, nicht des Beischlafs fähig zu sein und bat der Wittelsbacher Kaiser Ludwig von Bayern um die Hand seines Sohnes. Nicht zuletzt das attraktive Mitbringsel Tirol sorgte für das zustande kommen der Ehe mit Ludwig dem Brandenburger. Da der Papst politisch auf Seiten der Luxemburger stand, folgte die Exkommunikation und der Bann auf das Land Tirol, den das Paar fast ihr ganzes Leben nicht mehr los wurden.
  Der nächste Kaiser war der Wittelsbacher Karl IV., der Bruder ihres verjagten ersten Ehemanns. Und damit waren natürlich jede Menge Konflikte vorprogrammiert. Nicht zuletzt die kirchliche Propaganda sorgte für den ausnehmen schlechten Ruf von Margarete Maultasch im Volksmund und bei den Geschichtsschreibern und Literaten bis ins frühe 20 Jahrhundert.
  Als ihr Mann und ihr Sohn starben, begann sie bald, die Übergabe Tirols an den Habsburger Rudolf IV. vertraglich vorzubereiten.
 
  Wilhelm Baums Buch ist ein wissenschaftliches Buch, das sich streng an die überlieferten Quellen hält und diese auch oft zitiert. Naturgemäß ist es dadurch auch deutlich sperriger zu lesen, als ein populärwissenschaftliches Buch.
  Auf Grund der Quellenlage beschäftigt Wilhelm Baum sich auch weit ausführlicher mit den mächtigen Männern und ihren politischen Wirken rund um Margarete Maultasch. Von ihr selbst sind kein Bild, fast nur Urkunden mit ihrer Unterschrift und Abrechungen erhalten, anhand derer zumindest oft ihre Aufenthaltsorte zu gewissen Zeiten rekonstruiert werden können.
  Einigen Raum nehmen auch die Entwicklung der Geschichtsschreibung, Legendenbildung und Literatur über Margarete Maultasch ein. Prägten doch lande Zeit diese falschen oder zumindest arg verfälschten Überlieferungen ihr Bild.

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