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Hans Peter Althaus
Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft

C. H. Beck Verlag
2007
216 Seiten
ISBN-13: 9783406494376
€ 11,90


Von Alemanno Partenopeo am 04.09.2007

  Von „Abzocke“, „Achbrosch“ und “Achelbutz“ über „Schabbesgoi“? bis „Zizzes“, „Zoff“ und „Zores“ finden Sie die gebräuchlichsten jiddischen Wörter in der deutschen Sprache in diesem Nachschlagewerk. Manche sind vielleicht schon verschwunden oder so gut integriert, dass sie gar nicht mehr als jiddisch wahrgenommen werden, gehen Sie auf eine Entdeckungsreise und begreifen, dass das Jiddische einen großen Teil der deutschen Kultur ausmacht, und das nicht nur was die Sprache betrifft!
 
  Das Jiddische hatte bereits seit dem Mittelalter eine Beziehung zum Deutschen, aber besonders in Osteuropa bildete es sich geradezu als „Kultursprache“, so Althaus, heraus. Während es im Westen eher als Emanzipationshindernis galt, schreibt Althaus, wurde es in Osteuropa bewusst gepflegt und breitete sich bald auch in Mitteleuropa aus, besonders Wien und Berlin müssen hier als Exponenten genannt werden. In Handelskreisen galt das Jiddische geradezu als Fachsprache, das auch Christen erlernen mussten, um als Kaufmänner überhaupt reüssieren zu können.
 
  Neben einer 20 seitigen Einführung in das Jiddische durch den Autor selbst bietet vorliegendes Fachbuchlexikon natürlich auch ein Wortregister. Als etymologische Referenzbasis verwendete Althaus ein Referenzwerk aus dem 19. Jahrhundert und auch das Wörterbuch von Heidi Stern (2000). Natürlich werden auch andere Literaturbelege angeführt.
  Das Wortverzeichnis bietet in alphabetischer Reihenfolge Wörter jiddischer Herkunft, die heute in der Verkehrssprache üblich sind. Den Grundstock des Lexikons bilden jiddische Ausdrücke, die bis ins 20. Jahrhundert üblich waren, aber auch jiddische Wörter aus dem 18. Jahrhundert, als diese erstmals in der deutschen Sprache auftraten, werden erklärt. Auch im Rotwelschen, der Gaunersprache, wurden jiddische Wörter gebraucht, um den Geheimhaltungscharakter der beabsichtigten Vorhaben zu gewährleisten. Die Kontexterklärungen im Lexikonteil tragen wesentlich zum besseren Verständnis der verschiedenen Ausdrücke bei.
 
  Hans Peter Althaus ist Professor für germanistische Literatur an der Universität Trier und einer der führenden Experten für den jiddischen Wortschatz im Deutschen. Bei C.H.Beck erschienen bereits „Zocker & Zores. Jiddische Wörter im Deutschen“ (2003) und „Chuzpe, Schmus & Tacheles. Jiddische Wortgeschichten“ (2006).

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