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Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen
Mit Zeichnungen von Richard von Volkmann

WFB Verlagsgruppe
2006
172 Seiten
ISBN-13: 9783866720558
€ 13,95


Von Katja Wolff am 04.09.2007

  In den Märchen der Völker konzentriert sich eine Weisheit aus der Region jenseits des Verstandes. Märchen halten die Erinnerung wach an Menschheitserfahrungen aus längst vergangenen Zeiten. Der rationale Verstand mokiert sich vielleicht über diese Geschichten, in denen Tiere sprechen können oder Dinge geschehen, von denen die Vernunft sagt: So etwas gibt es gar nicht.
 
  Aber Märchen haben auch nicht den Verstand als Adressaten. Sie versorgen die Seele mit Bildern, Symbolen, mit Inhalten, die letztlich mehr Orientierung zu geben imstande sind als alle klugen Ratschläge der Vernunft.
 
  Neben den Volksmärchen, deren Entstehungsgeschichte sich irgendwo im fernen Ungefähr der Vorzeit verliert, gibt es auch die Kunstmärchen, deren Verfasser namentlich bekannt sind.
 
  Richard Volkmann (1830 - 1889) schrieb seine Märchen unter dem Pseudonym "Richard Leander". Von Haus aus Mediziner, war er eher wissenschaftlich orientiert. Er war ein bedeutender Chirurg und gilt als Begründer der modernen Orthopädie. Darüber hinaus entwickelte er medizinische Geräte, die noch heute, mehr als ein Jahrhundert später, in den Operationssälen eingesetzt werden. Seine Forschungen auf dem Sektor der antiseptischen Wundbehandlung haben vielen Menschen das Leben gerettet. In der Geschichte der Medizin ist Richard Volkmann eine unangefochtene Größe.
 
  Sein Märchenbuch "Träumereien an französischen Kaminen" erschien 1871 - ein Buch, dessen Erfolgsgeschichte seinesgleichen sucht. Eine Auflage jagte die nächste. Zwar reichen sein Ruhm und seine Bekanntheit (als Märchenerzähler) nicht ganz heran an die der Brüder Grimm. Aber sein Märchenbuch hat einen ganz eigenen Zauber, dessen Glanz auch nach fast anderthalb Jahrhunderten nicht verblaßt ist.
 
  Volkamm-Leanders Märchen sprechen die Sprache der Seele. Vielleicht ist dies einer der Gründe für den großen Erfolg dieses Buches. Die frühen Auflagen der "Träumereien" wurden kongenial illustriert von Hans Richard von Volkmann, dem Sohn des Autors, und atmen denselben Geist wie die Märchen. Diese Illustrationen werden in dieser Ausgabe nach langer Zeit wieder zugänglich gemacht.
 
  Die Texte in diesem Buch orientieren sich an den frühen Ausgaben der "Träumereien" und wurden nur in wenigen Ausnahmefällen der Klarheit und Verständlichkeit wegen dem heutigen Sprachgebrauch angepaßt. Ansonsten wurden sprachliche und stilistische Eigenheiten des Autors respektiert, so daß diese Ausgabe die größtmögliche Textnähe zum ursprünglichen Original aus der Feder Leanders aufweist.

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