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Samuel Beckett Gesellschaft (Hrsg.)
Samuel Beckett in Kassel. 1928 -1932

Verlag B. Heinz
2006
61 Seiten
€ 19,-


Von Volker Frick am 02.08.2007

  Eine kleine Publikation der Samuel Beckett Gesellschaft, deren Gründung am 2. August 2005 Gerd Rohmann im letzten der insgesamt drei Beiträge schildert (er selbst wurde zum Vorsitzenden gewählt), und dort schreibt er: „Der junge Samuel Beckett besuchte seine Cousine Peggy Sinclair oft zwischen August 1928 und April 1931.“ Kleine Irritation, da im Titel das Jahr 1932 genannt. Aber sowohl der recht kurze, einleitende Beitrag von Konrad Schoell [„Samuel Becketts Kasseler Erfahrungen 1928 -1932“], der 1967 (!) ein Buch über „Das Theater Samuel Becketts“ veröffentlichte, als auch der kompilierende Beitrag von Bernd Heinz [„Samuel Becketts Reisen nach Kassel 1928 -1932“] fassen den Zeitraum seiner Reisen nach Kassel gleich. Und tatsächlich reiste Beckett über die Weihnachtstage 1931 nach Kassel und blieb bis Ende Januar, um dann ein letztes Mal zu Ostern 1932 Kassel und dort die Familie Sinclair zu besuchen.
  Beckett war 22, seine Cousine 17, als sich kennenlernten. Sein Onkel, der in Kassel kundiger Kunsthändler war (heute ist z.B. 'La Risata' von Boccioni, ach, Bernd Heinz zitiert aus der umfangreichen Biographie von James Knowlson: „'Das Lachen' ist heute ein Glanzstück des Museum of Modern Art in New York“), aber Beckett war natürlich nur wegen Peggy da - die zu erwerbenden Sprachkenntnisse, ein Argument den Eltern gegenüber, die zu Recht das Schlimmste befürchteten. Bernd Heinz schreibt: „Das Schlimmste aber war für Becketts Eltern die Vorstellung einer sexuellen Beziehung zwischen Vetter und Base, was für eine konservative Moralvorstellung in jener Zeit so viel wie einen Inzest bedeutete.“
  Aber da war auch die Pendelstation Paris, und dort Lucia, Tochter von Joyce, die ein gespaltenes Auge auf ihn geworfen hatte. Und so geht Bernd Heinz weit über die Besuche von Beckett in Kassel hinaus und liefert an Hand, darob kompiliert, der Biographie von James Knowlson als auch des postum veröffentlichten ersten Roman Becketts (dtsch. „Traum von mehr bis minder schönen Frauen“, 1996 – und nicht erst 1998 wie er schreibt), kurz und knapp einen fast perfekten Aufriss der frühen Beziehung Becketts zu Deutschland.
  Als Anhang finden sich 1 Abbildung (ein Ölgemälde von Karl Leyhausen: Peggy Sinclair) und 23 Fotografien jener Orte in Kassel, die Beckett aufsuchte. Leider sind dies aktuelle Farbfotografien, wo vielleicht eher zeitgenössische Aufnahmen nahe gelegen hätten.
  Allenfalls immerhin aficionados zu empfehlen.

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