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Thomas Sören Hoffmann
Philosophie in Italien
Eine Einführung in 20 Porträts

Marixverlag
2007
400 Seiten
€ 18,-


Von Alemanno Partenopeo am 19.04.2007

  Der zeitliche Rahmen dieses interessanten Nachschlagewerkes wird von den Neoplatonikern des 15. Jahrhunderts bis hin zu den Naturanhängern des 18. Jahrhunderts gespannt. Außerdem wird im zweiten Kapitel, „Paduaner Aristoteliker“, und im dritten, „Humanisten und neues politisches Denken“ auch auf die wohl bekanntesten italienischen Denker, Petrarca und Machiavelli, eingegangen.
 
  Auch wenn für viele, wie auch der Autor betont, Italien auf der philosophischen Landkarte Europas „alles andere als im Zentrum liege“, vermag es Hoffmann - nachhaltig - das Gegenteil zu beweisen und die italienische Philosophiegeschichte in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken. Die vor allem von den deutschen Philosophen - und auch „normalen“ Besuchern Italiens - zur Schau getragene Arroganz gegenüber der italienischen Philosophie wird in vorliegendem Band endgültig beseitigt. Natürlich liegt auch hier wieder die Renaissance im Mittelpunkt des Interesses, in der – wie Vico hervorhob – in Italien „das alte Griechenland in seiner ganzen Herrlichkeit auferstanden“ sei.
  Hoffmann wiederum betont den Einführungscharakter seiner Lektüre, das angesichts der Fülle der zusammengetragenen Informationen und vorgestellten Denker natürlich kein Manko des vorgelegten Buches sein kann, sondern vielmehr ein Verdienst. Eine „Galerie“ mit Porträts der wichtigsten italienischen Denker ist Hoffmann mit Sicherheit gelungen und sie regt zur weiteren eigenen Lektüre an. Damit ist aber wie Hoffmann in seinem Vorwort betont nicht nur die Sekundärliteratur gemeint, sondern durchaus auch die Texte im Original, wozu der Autor herzlichst einlädt.
 
  Wie leicht einem das unter Umständen fallen kann zeigt etwa ein Blick in Hoffmanns Essay über Francesco Petrarca, das für die weitere Lektüre seiner Texte sicherlich als grundlegend und sehr gewinnbringend bezeichnet werden kann.
  Petrarca gehört zum „Trimuvirat“ der wichtigsten Dichter und Denker des Landes. Er gilt – neben Dante und Boccaccio auch zu den bekanntesten und hat mit seinem „Canzoniere“ die weitere Philosophie und Denkgeschichte Italiens und vor allem den Humanismus wesentlich mitgeprägt. Auch wenn Petrarca eigentlich Lyriker war darf er in einer Philosophiegeschichte gerade aus dem Grunde nicht fehlen, weil seine Schriften das Individuum behandeln und zum Gegenstand der gedanklichen Auseinandersetzung machen. Anhand eines Beispieles der auf Deutsch „Sonette“ lautenden Sammlung illustriert Hoffmann die Bedeutung Petrarcas, seiner Bedeutung für Italien und auch für Europa. Damit rückt er die italienische Philosophie wieder an den Platz, der ihr auch heute noch zusteht: an die Geburt und auch die Wiedergeburt Europas aus dem Geist der Antike.
 
  Prof. Thomas Sören Hoffmann lehrt an den Universitäten Bonn und Bochum. Er hat neben seinem Hauptfach, der Philosophie, auch Italianistik studiert und wiederholt in Italien Studien zur italienischen Philosophiegeschichte betrieben.

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