Pierre Emme Pastetenlust Palinskis erster Fall
Gmeiner Verlag 2005 278 Seiten € 9,90
Von Alfred Ohswald am 03.03.2007 Ein bekannter deutscher Fernsehstar wird praktisch vor Palinskis Fenster ermordet und er entdeckt am Morgen die Leiche. Da ist es nicht überraschend, dass er dem befreundeten Inspektor Wallner bei der Aufklärung zur Hand geht. Als Autor zahlloser Krimi-Schundromane aber noch mehr als Schöpfer einer Datenbank zu Kriminalfällen in der Literatur wird diese gerne angenommen, schließlich war alles schon einmal da auf Gottes Erde. Das Opfer war ein wenig einnehmender Charakter und hat einige zwielichtige Punkte in seiner Vergangenheit, auch seine schnell angereiste Frau überzeugt mehr durch Optik als durch Sympathie. Aber im Gegensatz zur ebenfall gutaussehenden Managerin des Opfers, hat sie ein stichfestes Alibi. Auf diese Managerin fällt dann auch der erste Verdacht und sie wird schließlich festgenommen. Aber weder Palinski, noch Wallner, die sich etwas in die Verdächtige verguckt hat, trauen ihr den Mord zu. Der Fall erweist sich auch als deutlich komplizierter, aber Palinski und Wallner machen trotz enormen Zeitdrucks bald Fortschritte und folgen einer erneut falschen Fährte… Österreich weist eine beachtliche Zahl hervorragende Krimi-Autoren auf, die oft durch ihre besonders originellen Hauptfiguren auffallen. Auch Pierre Emme – trotz seines französischen Pseudonyms Wiener – reiht sich hier gut ein, obwohl ein Held als Krimiautor schon eher zu den durchschnittlichen Helden zählt. Die Art und das Umfeld des Helden Palinski haben dann aber doch etwas typisch Wienerisches. Als Erstlingswerk überzeugt Emmes Roman durch eine gekonnte, routinierte Erzähltechnik, trotz relativ knapp gehaltener Beschreibung überzeugende Charaktere und besonders den virtuosen Umgang mit dem Wiener Dialekt. Positiv anzumerken sind auch der geschickt eingesetzte, nie aufdringliche Humor und das für den Gmeiner-Verlag übliche und hier rundum gelungene Lokalkolorit.
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