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Robert Harris
Imperium

Heyne
2006
Übersetzt von Wolfgang Müller
475 Seiten
€ 19,96


Von Alfred Ohswald am 14.11.2006

  Nach „Pompeji“ hat Robert Harris mit „Imperium“ erneut einen Roman geschrieben, der im antiken Rom spielt. Dieses Mal ist es die Geschichte des berühmten Politikers und Redners Cicero, die er von dessen Sekretär Marcus Tullius Tiro erzählen lässt, der übrigens auch eine historisch belegte Figur ist.
  Cicero gehört nicht zum römischen Hochadel und muss sich seinen Weg in die politische Spitze hart gegen mächtige Gegner und nur auf das eigene, außergewöhnliche Talent gestützt erkämpfen. Und er lebt in einer turbulenten Zeit, in der die alten, mächtigen Adligen im Senat ihre Intrigen mit und gegen ehrgeizige Männer, wie den sagenhaft reichen Crassus, den erfolgreichen Feldherren mit politischen Ambitionen Pompeius und dem jungen, aufstrebenden Caesar ausfeschten. Interessante aber auch gefährliche Zeiten auf der politischen Bühne Roms.
  Der Roman endet allerdings mit dem Erreichen des Konsulats durch Cicero, damals das höchste politische Amt in Rom. Das war noch vor dem Erstes Triumvirat von Crassus, Pompeius und Caesar. Eine Fortsetzung wäre also fast zu erwarten, kommen doch noch stürmische Zeiten auf Cicero zu.
 
  Robert Harris beweist hier noch stärker als in seinem vorherigen Roman sein unglaubliches Erzähltalent. Er versteht es wie wenig andere Autoren, Spannung aufzubauen. Seine Schilderungen der Gerichtsverfahren des als Anwalt tätigen Cicero ziehen die Leser unweigerlich in den Bann der Handlung.
  Harris verklärt aber keineswegs seine Hauptfigur Cicero. Er zeigt ihn durchaus auch als ehrgeizigen und zielstrebigen Politiker, der für das Erreichen der Macht auch moralisch reichlich fragwürdige Kompromisse einzugehen bereit ist. Um das Konsulat zu erreichen, ist er auch gezwungen, wechselnde Allianzen mit manchmal recht fragwürdigen Zeitgenossen einzugehen. Harris bemüht sich hier nicht, moralischen Entschuldigungen für Cicero vorzuschieben, er beschreibt die eiskalt kalkulierten Winkelzüge, wie sie für einen erfolgreichen Politiker meist unumgänglich sind. Besonders in einem Haifischbecken, wie der politischen Szene Roms zu dieser Zeit.

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