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Madeleine Bourdouxhe
Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine

Piper
2001
Übersetzt von von Sabine Schwenk
103 Seiten
€ 7,90


Von Rudolf Kraus am 06.11.2006

  Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch der ersten von zwei Erzählungen in der vorliegenden Ausgabe. Madeleine Bourdouxhe erzählt darin von einer jungen Mutter, die im Kriegsjahr 1940 in einer Brüsseler Entbindungsstation ein Kind gebärt. Der Krieg zwingt sie aber dazu mit ihrem Neugeborenen zu flüchten. An Bord eines Lastwagens, der in einer endlosen Kolonne von Menschen auf der Flucht unterwegs ist, schafft sie es nach Südfrankreich zu gelangen. Während der Flucht versucht sie als junge, unerfahrene Mutter durch Gedanken an die eigene Kindheit und durch ihren Blick in die Gesichter der Menschlichkeit Mut und Kraft für sich und ihr Kind zu schöpfen. Diese Geschichte ist getragen von einer intensiv spürbaren Bescheidenheit, von einem starken Lebenswillen und einer überzeugenden Mütterlichkeit der Hauptfigur. Da der Text starke autobiographische Züge aufweist, wirkt er umso überzeugender und berührender.
  Die zweite Erzählung in diesem Band Wenn der Morgen dämmert ist ebenfalls die Geschichte einer starken Frau namens Léa, die kraft ihrer Liebe den dunklen Mächten trotzt und ihren Freund rettet. Im Hintergrund auch dieser Geschichte herrscht Krieg. Hier ist es der Aufstand in Spanien. Neben der Schlichtheit ihrer Figuren tritt immer wieder die katholische Identität der Autorin hervor. Sei es der Vergleich mit der Jungfrau Maria in der ersten Geschichte oder biblische Bilder, die vor den Augen Léas entstehen.
  Madeleine Bourdouxhes Werk ist ja jahrzehntelang in deutscher Übersetzung nicht zugänglich gewesen, so ist auch der vorliegende Band die deutschsprachige Erstausgabe, die dankenswerter Weise vom Piper Verlag

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