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Gerald Axelrod / Liane Angelico
An den Ufern der Ewigkeit
Fotografien aus den Nebeln der Zeit

U-Books Verlag
2006
128 Seiten
€ 24,80


Von Alemanno Partenopeo am 01.11.2006

  Vorliegender Bildband mit 80 S/W Fotos ist im Hardcover in der Größe von 22 x 28 cm erhältlich und im September 2006 erschienen. Zusätzlich zu den Fotographien finden Sie auch mehrere Gedichte von Liane Angelico, die schon in Gerald Axelrods drittem Fotoband „...denn weiter als der Himmel ist die Liebe. Fotografien über die Träume der Engel“, mit dem Fotographen zusammengearbeitet hatte.
 
  In Gerald Axelrods fünftem Opus beschäftigt ihn aber ein neues Thema. Erstmals wird der Okzident verlassen, auch wenn wir uns zuerst in die Welt der schottischen Schlösser begeben. Beeindruckend wirken dabei die scharfen Kontraste und das interessante Schattenspiel der Kunstfertigkeit Axelrods, sowie die düsteren Himmel, die die Szenerien umrahmen. Weitere Stationen im Norden Europas sind auch Irland und Wales, um dann erst einmal über den Kanal nach Frankreich zu wechseln und im Süden die Provence zu besuchen.
 Das Römische Theater in Verona ist Axelrods erste Station in Italien, von wo aus man eine Reise in den Orient stilgerecht beginnen lassen kann. Schließlich war Venedig einst Schirmherr von Byzanz und bald befinden wir uns an den Ufern des Bosporus, wo die zu Insignien der neuen Religion gewordenen Baudenkmäler, die Suleiman-Moschee und die Hagia Sophia im nunmehrigen Istanbul, in beeindruckender Pracht thronen. Aber Gerald Axelrod wagt sich in seiner Bilderreise noch weiter nach Süd-Osten vor, bis nach Ägypten, wo ein einsamer Reiter einen ebenso einsamen Vollmond anheult.
 
  Zwischen den vielen stimmungsvollen Fotos dieser Kopf-Reise befinden sich aber ein paar ebenso beeindruckende Fotos von Engelsstatuen, von denen ich vor allem die des Cimitero di Campo in Verano/Rom hervorheben möchte. Der hier sich vor Erschöpfung auf eine Mauer hingießende Engel zaubert eine Atmosphäre in das Bild, von der wir alle schon einmal geträumt haben: hinter den Wolken wartet die Sonne und erweckt uns zu neuer Kraft. In diesem Spannungsrahmen bewegen sich auch die anderen Bilder Axelrods, stets ist das Licht der letzten Stunde sichtbar und die Erlösung nahe. Wie die Engel brauchen wir nur nach dem Licht zu greifen, auch auf die Gefahr hin, zu Gefallenen zu werden und von der göttlichen Schöpfung verdammt zu werden. Nichts anderes bedeutet denn auch „Luzifer“: der Lichtbringer. Jener Engel, der den Menschen das Feuer brachte, und so wie vor ihm schon Prometheus, verdammt wurde und fallen musste. Wir, die Gefallenen, die nach Erlösung suchen, begehren auf gegen eine ungerechte göttliche Ordnung und gebären so das Licht. So wohnt in jedem dionysischen Gedanken die Flamme Apollos, in jeder Verfehlung auch ein Funke Hoffnung auf eine bessere Welt.
 
  Der Fotograph begann schon im Alter von 13 Jahren seine ersten Schwarz-Weiß-Fotos in der eigens dafür gebastelten Dunkelkammer zu entwickeln. Nach diversen Arbeiten als Kameramann für Kunst- und Spielfilme, gelang ihm 1997 der Durchbruch mit dem Fotoband „...als lebten die Engel auf Erden“, das sich vor allem dem Sujet „Engelsstatuen auf Friedhöfen“ widmete und vom Fotographen selbst mit einem hervorragend recherchierten Engelstext ausgestattet wurde. Ausstellungen in Berlin u. a. europäischen Städten, aber auch in den USA, folgten und bald fand man Herrn Axelrod nur mehr in der Dunkelkammer. Sein zweites Buch „Wo die Zeit keine Macht hat. Feen, Hexen und Druiden in der Sagenwelt Irlands“ folgte und zeigte die irischen Schlösser von einer ganz anderen Seite und zusätzlich mit interessanten Sagen und Legenden versehen. Zusätzlich lieferbar sind beim U-books-Verlag außerdem Kalender für das Jahr 2007, Postkarten und auch eine Bettwäsche-Garnitur (!) mit einem Engel-Motiv, damit die Engel Sie auch in der Nacht begleiten und ihren Schlaf bewachen.
 
 Sehen Sie dazu auch den virtuellen Katalog des Verlages: www.ubooks.de
 Für weitere Informationen zum Werk des Fotografen sehen Sie bitte seine Homepage www.axelrod.at, wo Sie auch selbst mit ihm in Kontakt treten können.

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